Abwärtsbewegung der Ölpreise zu Jahresbeginn

Neues Jahr, alte Impulslage. Die Sorge vor einem Überangebot ist geblieben, weshalb es für die Ölpreise direkt nach dem Jahreswechsel abwärts geht.

 

Das Jahr 2018 endete am Montag mit herben Jahresverlusten für die Rohölpreise. Um 12 bis 16 US-Dollar sanken die Preise in den vergangenen zwölf Monaten. Der Jahreswechsel verlief wegen der geringen Handelsaktivität zwischen den Feiertagen ruhig. WTI und Brent hatten nahe ihrer Jahrestiefs nur wenig Bewegungsspielraum, konnten am letzten Tag des Jahres dennoch leicht zulegen. Die Jahresabschlussgewinne von bis zu 80 Cent büßen die Referenzsorten allerdings schon heute wieder ein. Angesichts des prognostizierten Überangebots ist die Marktsituation weiterhin angespannt. Für Anleger und Analysten stehen die freiwilligen und kapazitätsbedingten Kürzungen von OPEC, Russland und Kanada im Fokus. Ihr Effekt ist bislang nicht absehbar, doch schon jetzt sind weitere Produktionsanpassungen im Gespräch.

 

Frühzeitige Überarbeitung der OPEC-Strategie möglich

Nur wenige Wochen nach Verabschiedung neuer Produktionskürzungen erwägt die OPEC eine Anpassung ihrer Strategie. Nach einigen Kartellmitgliedern zeigt sich nun auch Russland zu einem frühzeitigen Sondermeeting bereit. Der russische Energieminister Alexander Nowak erklärte, der Kürzungseffekt werde spätestens im Februar erkennbar sein. Anschließend werde man im Rahmen eines außerordentlichen Treffens für Beratungen zusammenkommen, sollte dies nötig sein. Ein solches Sondermeeting hatten vor kurzem auch Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate angeregt. Das aktuelle Produktionsabkommen läuft ab Januar für sechs Monate. Im April wird offiziell das nächste Treffen der beteiligten Ölproduzenten stattfinden. Inzwischen rechnen Marktteilnehmer fest mit einer früheren Strategieberatung.

 

Wachstumspotenzial der US-Ölförderung gestiegen

In der vergangenen Woche hat Baker Hughes einen Anstieg der Zahl aktiver US-Ölbohranlagen verzeichnet. US-weit seien zwei zusätzliche Anlagen in Betrieb genommen worden. Insgesamt sind laut Baker Hughes 885 US-Ölbohranlagen aktiv. Noch Anfang 2018 lag die Zahl aktiver Anlagen bei 742. Im Laufe des vergangenen Jahres ist das Wachstumspotenzial der US-Ölförderung damit drastisch gestiegen, was unter Marktteilnehmern die Sorge vor einem langfristigen Überangebot verstärkt. Nach dem Jahreswechsel ist die Impulslage somit bearish. Zu beobachten ist in nächster Zeit zum einen die Entwicklung der weltweiten Versorgungssituation und zum anderen die Wirkung der Produktionskürzungen. Am Morgen überwiegt die Skepsis, sodass die Rohölpreise abwärts tendieren. Um fast einen US-Dollar haben die Referenzsorten in den ersten Handelsstunden im neuen Jahr bereits nachgegeben. WTI wird bei 44,85 US-Dollar gehandelt, während ein Barrel der Nordseesorte Brent 53,25 US-Dollar kostet. Dass sich die Rohölpreise um den Jahreswechsel herum kaum bewegt haben, macht sich auch am Heizölmarkt bemerkbar. Hierzulande stagnieren die Heizölpreise seit Wochenbeginn auf Mehrmonatstiefs. Unverändert sind die Preise heute so niedrig wie zuletzt Ende März vergangenen Jahres. Wie an den Vortagen kosten 100 Liter Heizöl in Deutschland durchschnittlich 63,08 Euro.

 

 

Die mobene Unternehmensgruppe