Abwärtsbewegung der Rohölpreise im Bullenmarkt

Wie man die bilaterale Handelsbeziehung fair und ausgewogen gestalten könnte, haben USA und China in dieser Woche diskutiert. Weitere Treffen sind geplant.

 

In den ersten Tagen des neuen Jahres haben die Rohölpreise um fünf bis sieben US-Dollar zugelegt. Seit Ende Dezember sind die Preisniveaus sogar um mehr als 11 US-Dollar gestiegen. Das entspricht einem Preisanstieg von über zwanzig Prozent, was den Ölmarkt zum sogenannten Bullenmarkt macht. Ein Grund für den Aufwärtstrend der Ölpreise sind die Verhandlungsfortschritte im Handelsstreit zwischen den USA und China. Konkrete Ergebnisse der jüngsten Gespräche sind zwar nicht bekannt, doch beide Parteien zeigten sich im Anschluss zuversichtlich. Aus den USA hieß es, der Austausch sei sehr gut verlaufen. Das chinesische Außenministerium interpretiert allein die Verlängerung der Gespräche um einen Tag als positives Zeichen. Sie verdeutliche die Ernsthaftigkeit der Verhandlungen. Das dieswöchige Treffen hat offenbar den Weg für weitere Beratungen geebnet, sodass unter Marktteilnehmern Hoffnung auf ein Ende des Handelsstreits besteht. Für zusätzliches Aufwärtspotenzial sorgt eine exportpolitische Meldung aus Saudi-Arabien.

 

Saudi-Arabien bestätigt umfangreiche Kürzungen

OPEC-Mitgliedsstaat Saudi-Arabien wird seine Exporte im Zuge der Produktionskürzungen deutlich zurückfahren. Das bestätigte der saudi-arabische Energieminister Khalid Al-Falih am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Riad. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, hat Al-Falih für Februar die Senkung der Ölexporte auf 7,1 Millionen Barrel pro Tag angekündigt. Noch im November 2018 hat Saudi-Arabien täglich 800.000 Barrel mehr exportiert. Al-Falih zufolge übertrifft der OPEC-Mitgliedsstaat schon jetzt die verabredete Kürzungsquote. Angestrebt hatte man die Senkung des Outputs auf 10,3 Millionen Barrel pro Tag. Derzeit würden in Saudi-Arabien allerdings nur 10,2 Millionen Barrel produziert. Bereits Anfang der Woche hieß es aus Insiderkreisen, Saudi-Arabien werde die Umsetzung der Produktionskürzungen aus haushaltspolitischen Gründen aktiv vorantreiben.

 

Verzerrte US-Bestandsberichte ohne Einfluss

Sowohl das American Petroleum Institute (API) als auch das US-amerikanische Department of Energy (DOE) haben in der vergangenen Woche einen Rückgang der US-Rohölvorräte verzeichnet. Während das API von einem Abbau um 6,1 Millionen Barrel ausgeht, meldet das DOE lediglich eine Bestandsreduzierung um 1,7 Millionen Barrel. Die Einschätzungen divergieren also stark, was ihre Aussagekraft einschränkt. Hinzu kommt, dass die Bestandsberichte nach dem Jahreswechsel grundsätzlich weniger Beachtung finden als üblich. Grund ist die Verzerrung der Daten durch Feiertage und Jahresendbilanzen. Am Morgen können sich die Rohölpreise nicht mehr auf ihren Dreiwochenhochs halten. Beide Referenzsorten tendieren abwärts. WTI wird bei 51,71 US-Dollar gehandelt, während ein Barrel der Nordseesorte Brent 60,75 US-Dollar kostet. Sind die Heizölpreise gleich nach dem Jahreswechsel gestiegen, bestand in den vergangenen Tagen nur wenig Bewegungsspielraum. Die mehrtägige Seitwärtstendenz sollte den Aufwärtstrend am Heizölmarkt allerdings nur kurzzeitig unterbrechen. Heute legen die Preise bereits wieder zu und befinden sich aktuell mehr als einen Euro oberhalb ihres Vortagesniveaus. Im Deutschlanddurchschnitt kosten 100 Liter Heizöl 67,30 Euro.

 

 

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