Abwärtsbewegung der Rohölpreise nach DOE-Report

Galten weitere Ausnahmen von den US-Iransanktionen noch vor wenigen Tagen als ausgeschlossen, relativiert der US-Sonderbeauftragte seine Aussage nun.

 

Mit Gewinnen zwischen 30 Cent und einem US-Dollar gingen die Rohölpreise gestern aus dem Handel. Stützende Wirkung hatten die Produktionskürzungen der OPEC, auslaufende US-Ausnahmegenehmigungen und eine Investitionsankündigung Chinas. Zwischenzeitlich dämpfte der Bestandsreport des US-amerikanischen Department of Energy (DOE) die Aufwärtsbewegung. Laut DOE ist die US-Ölförderung nach wochenlanger Stagnation auf ein neues Rekordhoch von 11,9 Millionen Barrel gestiegen. Zu Handelsschluss sorgte eine Meldung aus Russland wieder für Aufwind. Der stellvertretende russische Energieminister erklärte, man werde das Kürzungsziel von 230.000 Barrel pro Tag bis April erreichen. Das haben Marktteilnehmer nicht erwartet, da Russland zuvor auf Umsetzungsverzögerungen aufgrund technischer Probleme verwiesen hatte.

 

DOE meldet Ausbau der US-Ölvorräte

Die US-weiten Gesamtbestände an Öl sind in der vergangenen Woche ausgebaut worden. Das geht aus dem gestern veröffentlichten Wochenbericht des DOE hervor. Dazu haben insbesondere die überraschend umfangreichen Aufbauten in den Produktkategorien beigetragen. Das American Petroleum Institute und das DOE sind sich einig, dass die Produktbestände dreimal so stark gestiegen sind wie zuvor angenommen. Die Vorräte an Destillaten haben laut DOE um drei Millionen Barrel zugelegt, während die Benzinbestände um 7,5 Millionen Barrel gewachsen seien. Über alle Kategorien hinweg seien daher Aufbauten zu verzeichnen. Selbst der Rückgang des US-Rohölvorrats ändere daran nichts. Dabei sind die US-weiten Rohölbestände laut DOE überraschend deutlich um 2,7 Millionen Barrel gesunken. Diese Entwicklung ist grundsätzlich bearish zu interpretieren. Ihre Impulskraft ist dennoch beschränkt, da die Bestandsverkleinerung besonders auf den Außenhandel zurückzuführen ist. Gestern wirkte der DOE-Bericht zunächst bearish, inzwischen wird er neutral eingeschätzt.

 

USA schließen Sanktions-Ausnahmen nicht mehr aus

Im Frühjahr werden die Ausnahmen von den US-Iransanktionen auslaufen. Bis dahin können acht Staaten sanktionsfrei Öl aus dem Iran beziehen. Noch vor wenigen Tagen hieß es, anschließend werde es keine weiteren Ausnahmen mehr geben. Der US-Sonderbeauftragte für Iran, Brian Hook, relativierte diese Aussage nun und schließt Anschlussvereinbarungen nicht länger aus. Zwar wolle man keine Sondergenehmigungen mehr erteilen. Hook zufolge bedeutet dies aber nicht, dass es ab April keine Ausnahmen mehr geben werde. Das sei nicht vorhersehbar. Die laufenden Ausnahmegenehmigungen seien als Kompromiss zwischen eigenen wirtschaftlichen Interessen und Zielen der nationalen Sicherheit erteilt worden. Zudem habe man den Ölpreis senken können. Die Strategie sei also aufgegangen.

Experten gehen daher davon aus, dass die USA ihre künftige Sanktionsstrategie von den Preisniveaus am Ölmarkt abhängig machen werden. Dass es ab Frühjahr keine weiteren Ausnahmen von den Sanktionen mehr geben wird, hält man am Markt mittlerweile für unwahrscheinlich. Schließlich sind einige Staaten auf iranisches Öl angewiesen, deren Sanktionierung die USA aus Eigeninteresse vermeiden wollen. Die bullishe Impulskraft auslaufender Ausnahmegenehmigungen ist folglich verflogen. Die Rohölpreise tendieren am Morgen unterhalb ihrer gestrigen Schlusskurse abwärts. WTI wird bei 51,88 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 60,91 US-Dollar. Um den Jahreswechsel herum sind die Heizölpreise hierzulande fast zwei Wochen lang kontinuierlich gestiegen. Doch seit einer Woche ist ihr Bewegungsspielraum begrenzt. Die Preise bewegen sich nur leicht schwankend im Bereich ihrer Vierwochenhochs. Auch heute ist keine bedeutende Veränderung zu beobachten. Im Vergleich zum Vortag haben die deutschlandweiten Preise lediglich um einige Cent zugelegt. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 67,33 Euro.

 

 

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