Abwärtsbewegung der Rohölpreise zu Wochenbeginn

Mit Erleichterung registrierten Marktteilnehmer das Telefonat zwischen USA und China. Doch der Konflikt bleibt, wie im UN-Sicherheitsrat deutlich wurde.

 

In der ersten Handelswoche des Monats war die Stimmung an den Terminbörsen bullish. Mit Maibeginn liefen die Produktionskürzungen der OPEC+ offiziell an. Hatten einige Ölproduzenten bereits kurz zuvor mit der Umsetzung begonnen, nahm Russland sein Kürzungsziel direkt nach dem Monatswechsel ins Visier. Disziplinierte Kürzungen und eine angepasste Preispolitik weisen darauf hin, dass der Preiskampf innerhalb der OPEC+ tatsächlich beigelegt ist. Bei weltweit zunehmenden Lockerungen der Corona-Maßnahmen setzten Marktteilnehmer zudem auf eine baldige Erholung der Ölnachfrage. Das US-Energieministerium bestätigte die Hoffnungen sogar, meldete in der vergangenen Woche einen weiteren Anstieg der Kraftstoffnachfrage. Doch die Nachfrage bleibt deutlich hinter ihrem Vorjahresniveau zurück. Auf Erholung stehen die Zeichen also noch nicht. Das zeigen auch die jüngsten Arbeitsmarktdaten aus den USA.

Corona-Krise lässt US-Arbeitslosenquote steigen

Im April ist die US-Arbeitslosenquote auf den höchsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen nach dem Zweiten Weltkrieg gestiegen. Wie das US-Arbeitsministerium am Freitag bekannt gab, liegt sie bei 14,7 Prozent. Im März wurde die US-Arbeitslosenquote noch mit 4,4 Prozent angegeben. Beobachter gehen davon aus, dass die tatsächliche Quote für April noch höher ausfallen wird. In die Statistik des US-Arbeitsministeriums fließen lediglich die Daten bis Mitte des Monats ein. Im Laufe der zweiten Aprilhälfte könnte die Quote noch weiter gestiegen sein. Mehr als zwanzig Millionen Stellen sind laut US-Arbeitsministerium im April weggefallen. US-Präsident Donald Trump und US-Finanzminister Steven Mnuchin äußerten sich jedoch zuversichtlich, dass die Wirtschaft mit zunehmenden Lockerungen wiederaufgebaut würde. An den Terminbörsen bleibt man skeptisch hinsichtlich einer baldigen Erholung.

USA blockieren UN-Resolution

Seit einigen Wochen versucht sich der UN-Sicherheitsrat an einer Resolution, die eine weltweite Waffenruhe und eine gemeinsame Corona-Strategie festhalten soll. Am Freitag scheiterte der vorliegende Entwurf allerdings an der Zustimmung durch die USA. Beobachter gehen davon aus, dass die USA zum einen nicht mit der erwähnten Rolle der Weltgesundheitsorganisation (WHO) einverstanden sind. Vorgesehen war, dass die Arbeit der WHO unterstützt werden soll. US-Präsident Donald Trump hatte allerdings Anfang April angekündigt, die Organisation nicht länger finanziell zu fördern. Trumps Vorwurf lautete, die WHO habe im Rahmen der Corona-Krise zu china-freundlich agiert. Zum anderen kritisierten die USA den Resolutionsentwurf, da er falsche Aussagen zum Umgang Chinas mit dem Virus enthalte.

Am Freitagvormittag zeigten sich Marktteilnehmer noch beruhigt, dass nach einem Telefonat auf hoher Ministerebene ein Aufflammen des US-chinesischen Handelsstreits abgewendet schien. Doch der Konflikt begleitet die Märkte weiterhin, wie der Blick in den UN-Sicherheitsrat verdeutlicht. Die Rohölpreise orientieren sich am Morgen entsprechend abwärts. WTI wird bei 24,25 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet indes 30,35 US-Dollar. Die Heizölpreise sind bereits vor dem Wochenende unter die Marke von 50 Euro gerutscht. In den vergangenen Tagen haben sie hierzulande um durchschnittlich weitere 60 Cent nachgegeben. Damit liegen die Preise nur noch knapp oberhalb von 49 Euro und zurück im Bereich ihrer Vierjahrestiefs. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 49,28 Euro.

 

 

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