Abwärtsorientierung der Ölpreise zum Wochenende

Obwohl die OPEC das internationale Angebot verknappt, haben sich in dieser Handelswoche bearishe Impulse wie Wirtschaftsprognosen durchgesetzt.

 

Bereits seit einigen Wochen herrscht am Ölmarkt eine bullishe Grundstimmung. Hierzu hat zum einen beigetragen, dass die OPEC und unerwartete Produktionsausfälle das internationale Angebot deutlich reduziert haben. Zum anderen besteht die Hoffnung auf eine Einigung im US-chinesischen Handelsstreit, die ein stabiles Wirtschaftswachstum und eine beständige Ölnachfrage begünstigen würde. Vor diesem Hintergrund bewegen sich die Rohölpreise seit Wochen im Bereich ihrer Jahreshochs. Auch in den vergangenen Tagen kamen sie nicht über diesen Seitwärtstrend hinaus. Die starken bullishen Impulse scheinen eingepreist, während die hohe US-Ölförderung, volle US-Öllager und der ungewisse Nachfrageausblick weiteres Aufwärtspotenzial bremsen. Analysten sehen daher momentan keinen Anlass dafür, ihre Preisprognosen für das Jahr 2019 anzupassen.

 

Analysten sehen Preise unverändert

Eine Umfrage unter elf Investmentbanken hat ergeben, dass Analysten ihre Preisprognosen aus dem Vormonat unverändert beibehalten. Hatten sie ihre Prognosen zuvor nach unten korrigiert, haben sie nun keine Änderung vorgenommen. Die aktuellen Durchschnittswerte der Umfrage entsprechen denen aus dem vergangenen Monat. Demnach ist für das Jahr 2019 mit einem durchschnittlichen WTI-Preis von 60 US-Dollar zu rechnen. Brent sehen die Analysten bei einem Durchschnittspreis von 67 US-Dollar. Im Vergleich zu den derzeitigen Preisniveaus würde sich somit Aufwärtsspielraum ergeben. Denn am Morgen befindet sich WTI bei 56,16 US-Dollar und ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 65,63 US-Dollar. Im Seitwärtstrend und nahe ihrer Niveaus vom Wochenbeginn würden die Referenzsorten damit ins Wochenende gehen. Die Heizölpreise legen vor dem Wochenende hingegen nochmal zu. Im Vergleich zum Vortag sind sie um mehr als 50 Cent gestiegen und haben den höchsten Stand seit zweieinhalb Wochen erreicht. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 70,43 Euro.

 

Handelswoche im bearishen Licht

Obwohl bullishe Impulse die Rohölpreise im Bereich ihrer Jahreshochs halten, war diese Handelswoche geprägt von bearishen Nachrichten. So hatten OECD, Europäische Zentralbank und die chinesische Regierung ihre Wachstumsprognose für den jeweiligen Wirtschaftsraum gesenkt. Hinzu kamen unerwartet deutliche Aufbauten bei den US-Rohölvorräten, von denen das American Petroleum Institute und das US-Energieministerium übereinstimmend berichtet hatten. Weiterer bearisher Aspekt war die mit Wochenbeginn eingeleitete Reaktivierung des größten Ölfelds Libyens. Das Sharara-Ölfeld soll noch in diesen Tagen zu seiner üblichen Produktionskapazität von mindestens 300.000 Barrel pro Tag zurückkehren. Neben einflussreichen bullishen Impulsen sehen sich Marktteilnehmer folglich auch mit preisbelastenden Risiken konfrontiert, sodass der Ölmarkt in einem Spannungsfeld gehalten wird.

 

 

Die mobene Unternehmensgruppe