Abwärtstendenz der Rohölpreise nach API-Report

Kurz vor dem richtungsweisenden OPEC-Treffen liefert das API bearishe Bestandsdaten. Der US-Rohölvorrat soll erneut gewachsen sein.

 

In einer Preisspanne von mehr als zwei Euro bewegten sich die Referenzsorten WTI und Brent gestern. Dennoch beendeten sie den Handelstag nur wenige Cent oberhalb ihrer Eröffnungskurse. Die Impulskraft möglicher OPEC-Kürzungen und der vorübergehenden US-chinesischen Streitbeilegung scheint nachzulassen. Spekulationen und Absichtserklärungen genügen nicht mehr, um die Sorgen vor einer Überversorgung bei schwacher Nachfrage auszuräumen. Das Aufwärtspotenzial der Rohölpreise ist daher begrenzt. Vielmehr warten Marktteilnehmer auf verbindliche Entscheidungen, die einem Überangebot langfristig entgegenwirken können. Die Erwartungen an das morgige OPEC-Treffen sind folglich hoch.

 

Treffen der OPEC steht bevor

Morgen werden die OPEC-Mitgliedsstaaten und externe kooperierende Ölproduzenten in Wien zusammenkommen. Auf der Agenda steht die Abstimmung der Produktionsstrategie für das nächste Jahr. Immer wieder hatte die OPEC betont, ihren Output an aktuelle Entwicklungen und die Marktlage anpassen zu wollen. So hat das Kartell seine Produktion im Sommer beispielsweise ausgebaut, um auf den sanktionsbedingten Rückgang iranischer Ölexporte zu reagieren. Inzwischen hat sich das Blatt gewendet. Die USA sanktionieren den iranischen Ölsektor weniger hart als angenommen und die internationale Ölnachfrage entwickelt sich schwach. Daher hat Saudi-Arabien vor wenigen Wochen die Kürzung der Kartellproduktion angeregt. Obwohl den Kürzungsplänen mit Libyen und Nigeria einzelne OPEC-Mitgliedsstaaten skeptisch gegenüberstehen, rechnen Analysten fest mit einer Senkung des Outputs. Spätestens seit der Beteiligungserklärung Russlands vom Wochenende ist man am Markt überzeugt, dass die OPEC morgen Produktionskürzungen von bis zu 1,4 Millionen Barrel pro Tag beschließen wird.

 

US-Rohölvorrat mit elftem Wochenanstieg

Das American Petroleum Institute (API) hat in der vergangenen Woche erneut einen Anstieg der US-weiten Rohölbestände verzeichnet. In der Berichtswoche seien 5,36 Millionen Barrel Rohöl mehr gelagert worden als zuvor. Experten hatten im Vorfeld einen Bestandsrückgang um 2,3 Millionen Barrel prognostiziert. Der API-Report bleibt somit hinter den Erwartungen zurück. Marktteilnehmer warten nun auf den Vergleichsbericht des US-amerikanischen Department of Energy (DOE), der am Nachmittag veröffentlicht wird. Sollte auch das DOE einen Ausbau des US-Rohölvorrats melden, wäre es der elfte Wochenanstieg in Folge. Die bearishen Bestandsdaten belasten die Rohölpreise am Morgen. WTI wird bei 52,55 US-Dollar gehandelt, während ein Barrel der Nordseesorte Brent 61,26 US-Dollar kostet. Die Preise der Referenzsorten markieren den niedrigsten Stand in diesem Monat. Seit Monatsbeginn befinden sich die Heizölpreise hierzulande indes im Aufwärtstrend. In den ersten Dezembertagen sind sie durchschnittlich um mehr als vier Euro gestiegen. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 74,18 Euro. So klettern die Preise schrittweise aus ihren Zweimonatstiefs, auf die sie Ende November gesunken waren. Die Novemberverluste von über zwanzig Euro haben sie damit jedoch noch lange nicht wieder aufgeholt.

 

 

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