Abwärtstendenz der Rohölpreise nach API-Report

Auf den überraschenden Einbruch der US-Rohölvorräte in der Vorwoche folgt nun ein starker Ausbau, wie das API in seinem Wochenbericht schätzt.

 

Seit Jahresbeginn haben die Rohölpreise deutlich zugelegt. Im Laufe der vergangenen zwei Monate sind die Preise der Referenzsorten WTI und Brent um mehr als zehn US-Dollar gestiegen. Das mit Januar in Kraft getretene Kürzungsabkommen der OPEC, zusätzliche unerwartete Produktionsausfälle und Annäherungen im US-chinesischen Handelsstreit haben den Ölpreisen zu ihrem Aufwärtstrend verholfen. Während Analysten einer Einigung zwischen den USA und China noch immer zuversichtlich entgegenblicken, ist zu Wochenbeginn ein bedeutender bullisher Impuls weggefallen. Nach monatelangem Stillstand wurde das größte Ölfeld Libyens reaktiviert. Das Sharara-Ölfeld soll noch in den nächsten Tagen seinen üblichen Produktionsbeitrag in Höhe von über 300.000 Barrel pro Tag erreichen. Der Markt steht somit weiterhin im Spannungsfeld zwischen knapper Verfügbarkeit und Produktionsschwankungen einzelner Staaten. Die Rohölpreise gingen daher gestern nahezu unverändert aus dem Handel. Am Morgen wirkt der bearishe Bestandsreport des American Petroleum Institute (API) nach.

 

USA verfügen über komfortable Vorräte

Weisen die Produktionszahlen der OPEC auf eine Verknappung des internationalen Angebots hin, ist die Versorgungslage in den USA entspannter. Insbesondere die Rohöl- und Benzinlager sind gut gefüllt. Das geht aus dem gestern Abend bekannt gewordenen Bestandsbericht des API hervor. Demnach sind die US-weiten Rohölvorräte um 7,3 Millionen Barrel gestiegen. Analysten hatten zwar mit Aufbauten gerechnet, allerdings mit weitaus geringeren um maximal 1,6 Millionen Barrel. Der deutliche Bestandsausbau würde den vom US-amerikanischen Department of Energy (DOE) in der Vorwoche gemeldeten, massiven Rückgang um mehr als acht Millionen Barrel fast ausgleichen. Zurückzuführen sind die starken Sprünge vermutlich auf Verzögerungen bei den Im- und Exporten. Aufschluss hierüber wird am Nachmittag der Vergleichsreport des DOE geben.

In den Produktkategorien hat das API indes durchweg Abbauten verzeichnet. Die Bestände an Destillaten seien um 3,1 Millionen Barrel gesunken, obwohl Analysten mit Abbauten um maximal 1,6 Millionen Barrel gerechnet hatten. Der Benzinbestand bleibt jedoch hinter den Erwartungen von Experten zurück. Analysten waren von Abbauten um 1,9 Millionen Barrel ausgegangen, doch laut API sind die Benzinvorräte nur um 400.000 Barrel zurückgegangen. Da der Fokus mit dem Ausklingen der winterlichen Heizsaison auf den Rohöl- und Benzinbeständen liegt, hinterlässt der API-Report einen bearishen Gesamteindruck. Für die Referenzsorten geht es daher am Morgen unterhalb ihrer gestrigen Schlusskurse leicht abwärts. WTI wird bei 56,17 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 65,50 US-Dollar. Seit fast zwei Wochen tendieren die Heizölpreise im Bereich ihrer Dreimonatshochs seitwärts. Sie orientieren sich an der 70-Euro-Marke und bewegen sich an ihr entlang auf und ab. Lagen die Preise gestern noch darüber, fallen sie heute wieder zurück unter die Schwelle. Im Vergleich zum Vortag sind sie deutschlandweit um ungefähr 60 Cent zurückgegangen. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 69,69 Euro.

 

 

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