Abwärtstendenz der Rohölpreise vor dem Wochenende

Nachdem der Nationale Volkskongress Chinas das angekündigte Sicherheitsgesetz gestern verabschiedet hat, wartet man nun gespannt auf die Reaktion der USA.

 

Mit leichten Verlusten könnten die Rohöl-Futures heute die Handelswoche beenden. Lagen sie noch zu Wochenbeginn auf Zweieinhalbmonatshochs, befinden sie sich am Freitagmorgen ein bis zwei US-Dollar unterhalb dieser Preisniveaus. Zunehmende Spannungen zwischen den USA und China sowie enttäuschende Bestandsreports belasten die Marktstimmung vor dem Wochenende. Die rasch umgesetzten und umfangreichen Produktionskürzungen der OPEC+ scheinen eingepreist und haben nicht länger stützende Wirkung. Vielmehr wächst unter Marktteilnehmern die Sorge um die Entwicklung der Weltwirtschaft. Zuletzt vermutete man noch, die Wirtschaftskrise und die Ölnachfrage hätten ihren Tiefpunkt im April erreicht. Doch der jüngste Bestandsbericht des American Petroleum Institute (API) sorgte für Verunsicherung. Das API meldete für die Vorwoche kategorieübergreifend einen deutlichen Anstieg der US-Ölvorräte. Gestern bestätigte das US-amerikanische Department of Energy (DOE) die Einschätzung in der Tendenz. Doch die Rohölvorräte sind offenbar nicht allein wegen einer schwachen Nachfrage gestiegen. Zurückzuführen sind die Aufbauten vor allem auf die Importaktivität der USA.

USA: Energieministerium bestätigt Ausbau der US-Ölvorräte

In der vergangenen Woche sind die US-weiten Vorräte an Rohöl, Benzin und Destillaten gewachsen. Das meldete gestern nach dem API auch das DOE. Ging das API von einem Anstieg der Rohölvorräte um 8,7 Millionen Barrel aus, verzeichnete das DOE einen Zuwachs um 7,9 Millionen Barrel. Damit bleibt das DOE etwas hinter der bearishen Schätzung des API zurück. Dennoch befänden sich die Rohölbestände 13 Prozent über ihrem Fünfjahresdurchschnitt. Grund für den deutlichen Anstieg der Vorräte sind laut DOE-Report die zuletzt ausgebauten Ölimporte. In der Berichtswoche hätten die USA 14 Millionen Barrel mehr Rohöl importiert als noch in der Vorwoche. Allein die Importe aus Saudi-Arabien seien um sieben Millionen Barrel gestiegen. Die derzeit einlaufenden Lieferungen haben die USA vor einigen Wochen zu günstigen Konditionen beauftragt, als sich die Ölproduzenten der OPEC+ noch im Preiskamp befunden hatten. Ebenfalls nicht ganz so stark gewachsen wie vom API angenommen sind laut DOE die Produktvorräte. Die Benzinbestände hätten zuletzt um 700.000 Barrel zugelegt, während die Vorräte an Destillaten um 5,5 Millionen Barrel vergrößert worden seien. Verglichen mit den optimistischen Prognosen von Analysten, lieferten sowohl das API als auch das DOE enttäuschende Bestandsberichte.

China: Volkskongress verabschiedet Sicherheitsgesetz

Gestern hat der Nationale Volkskongress Chinas das vor einer Woche angekündigte Sicherheitsgesetz verabschiedet. Es stellt Aufruhr gegen und Abspaltung von China in Sonderverwaltungszonen unter Strafe und erlaubt den Einsatz chinesischer Sicherheitsbehörden vor Ort. Am heutigen Freitag blicken Marktteilnehmer in Erwartung einer Reaktion in die USA. Im Rahmen einer Pressekonferenz wird sich US-Präsident Donald Trump äußern und voraussichtlich Maßnahmen gegen China vorstellen. Vor einigen Tagen hatte Trump bereits angedeutet, die USA bereiteten Schritte vor. Die Aussicht auf eine Verschärfung des US-chinesischen Konflikts belastet die Rohölpreise am Morgen ebenso wie die zuletzt gestiegenen US-Ölvorräte. Am Morgen orientieren sich die Referenzsorten entsprechend abwärts. WTI wird bei 32,79 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 34,51 US-Dollar. Sind die Heizölpreise noch mit einem Seitwärtstrend aus dem Wochenende gekommen, gaben sie seit Wochenbeginn kontinuierlich nach. Um durchschnittlich zwei Euro sind sie hierzulande in den vergangenen Tagen gefallen. Allein im Vergleich zum Vortag gehen die Preise um ungefähr einen Euro zurück. Damit liegen sie heute wieder im Bereich ihrer Vierjahrestiefs. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 46,32 Euro.

 

 

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