Abwärtstendenz der Rohölpreise zum Wochenstart

In der Vorwoche stützte der venezolanische Machtkampf die Ölpreise noch maßgeblich. Das Aufwärtspotenzial scheint heute Morgen ausgereizt.

 

Mit bearishen Nachrichten hat die vergangene Handelswoche begonnen. Der Internationale Währungsfonds erklärte, in den nächsten Jahren sei mit einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums zu rechnen. Hinzu kamen überraschende Bestandsberichte des American Petroleum Institute und des US-Energieministeriums. Beide Einrichtungen meldeten umfangreiche Aufbauten beim US-Rohölvorrat, die die Bestände oberhalb des Fünfjahresdurchschnitts halten. Vor dem Wochenende änderte sich die Stimmung am Markt. Auslöser war der politische Machtkampf in Venezuela. Heute setzt sich wieder eine bearishe Anspannung durch. Die Rohölpreise befinden sich auf Zweiwochentiefs im Abwärtstrend.

 

USA: Einige Ölbohranlagen reaktiviert

In der vergangenen Woche wurden US-weit zehn zusätzliche Ölbohranlagen in Betrieb genommen. So schätzt es Baker Hughes in seinem aktuellen Bericht. Insgesamt seien 862 Anlagen aktiv. Es ist die erste Zunahme der US-Ölbohranlagen, die Baker Hughes in diesem Jahr verzeichnet hat. Seit Jahresbeginn war die Zahl aktiver Ölbohranlagen rückläufig. Nach Schätzung von Baker Hughes sind in den vergangenen Wochen 33 Anlagen deaktiviert worden. Der jüngste Anstieg gleicht zwar einen Teil des Einbruchs aus, doch der Trend bleibt abwärts orientiert. Das Wachstumspotenzial der US-Ölförderung nimmt ab. Zurückzuführen ist diese Entwicklung auf die Ölpreise, die seit Herbst 2018 merklich nachgegeben und die Fördereuphorie gebremst haben.

 

Venezuela: Militär im Zentrum des Machtkampfs

Das Militär ist ins Zentrum des Machtkampfs in Venezuela gerückt. Während sich Präsident Nicolás Maduro geschlossen mit der nationalen Armee zeigt, ruft Interimspräsident Juan Guaidó zum Abwenden von der Regierung auf. Guaidó forderte das Militär auf, sich an die Verfassung zu halten. Im Gegenzug sicherte er den Soldaten Straffreiheit zu. Die angestrebte Spaltung der Armee ist bislang nicht in Sicht. Mitte vergangener Woche hatte sich der Oppositionelle Guaidó zum Interimspräsidenten erklärt. Seitdem setzt er sich für Neuwahlen ein, die auch von den USA und der EU befürwortet werden. Solange kein Regimewechsel absehbar ist, werden Sanktionen der USA gegen die venezolanische Ölindustrie wahrscheinlicher. Die unsichere politische Lage in Venezuela wird am Markt als Gefahr für das Ölangebot gesehen, was die Ölpreise zuletzt maßgeblich gestützt hat. Heute können die Rohölpreise ihre Vorwochenniveaus allerdings nicht länger halten. WTI wird bei 52,97 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 60,91 US-Dollar. Beide Referenzsorten haben damit bereits am Morgen um 60 Cent nachgegeben. Die Heizölpreise behalten auch heute ihre Seitwärtsorientierung bei. Direkt nach dem Jahreswechsel waren sie auf Mehrwochenhochs gestiegen. Anschließend verharrten die Preise auf diesem Niveau und schwankten nur geringfügig. Zweieinhalb Wochen dauert ihr Seitwärtstrend bereits an. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 67,68 Euro.

 

 

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