April endet mit Aufwärtstendenz der Rohölpreise

Überraschend bullish fiel der dieswöchige Bestandsreport des DOE aus. Geringere Aufbauten und die gestiegene Nachfrage stimmen Analysten optimistisch.

 

Der Rückblick auf den Monat zeigt einen markanten Sinkflug der Rohölpreise. Allerdings wurde die Abwärtsbewegung im Vergleich zum Vormonat ausgebremst. Zwischen Anfang und Ende März hat das US-Rohöl WTI um 26 US-Dollar nachgegeben, der Brent-Preis sogar um 30 US-Dollar. Das entspricht einem Einbruch um mehr als fünfzig Prozent. Auch im April waren starke Preisverluste zu beobachten, doch sie fielen geringer aus. Auf ihre Monatshochs von Anfang April verloren WTI und Brent etwa zehn US-Dollar, gaben also nur um gut ein Drittel nach. Obwohl die Ölproduzenten der OPEC+ historische Kürzungen beschlossen, wirkte die Entwicklung der weltweiten Lagerbestände unverändert belastend. Bei schwacher Ölnachfrage stiegen die Ölvorräte kontinuierlich, sodass freie Kapazitäten Mangelware wurden. Händler nutzen inzwischen Öltanker und Pipelines zur Zwischenlagerung. Doch bei anhaltend niedriger Ölnachfrage sind vorübergehende Produktionsstopps unvermeidlich. In Kanada mussten einige Unternehmen ihre Produktion bereits zurückfahren. Zum Monatswechsel tritt dann die Kürzungsvereinbarung der OPEC+ in Kraft.

Zweimonatige OPEC-Kürzungen ab Mai

In den Monaten Mai und Juni werden die Ölproduzenten der OPEC+ ihren Output um insgesamt 9,7 Millionen Barrel pro Tag reduzieren. Einige Kartellmitglieder wie Kuwait, Saudi-Arabien, Algerien und Nigeria haben bereits vor dem Monatswechsel mit der Umsetzung begonnen. Kooperationspartner Russland plant, mit einer Produktionskürzung um 19 Prozent im Vergleich zum Februar nachzuziehen. Und auch Norwegen kündigte jüngst an, seinen Output zurückzufahren. Das Land ist nicht Teil der OPEC+, sondern hat sich unabhängig zu der Maßnahme entschlossen. Aus dem Energieministerium heißt es, man werde die Produktion im Juni um 250.000 Barrel pro Tag zurückfahren. Für die zweite Jahreshälfte sei eine Kürzung um 134.000 Barrel pro Tag geplant. Abzuwarten bleibt, wie diszipliniert die Ölproduzenten ihre Kürzungen umsetzen werden und welchen Effekt sie auf die tatsächliche Versorgungslage haben werden.

Optimismus nach US-Bestandsreport

Vierzehn Wochen in Folge sind die US-weiten Rohölvorräte gestiegen. Davon gehen sowohl das American Petroleum Institute (API) als auch das US-amerikanische Department of Energy (DOE) aus. Doch während das API zum wiederholten Male Ausbauten im zweistelligen Millionenbereich meldete, verzeichnete das DOE geringere Zuwächse und sogar eine Erholung der Nachfrage. Laut DOE sind die US-Rohölbestände um neun Millionen Barrel gestiegen, die Vorräte an Destillaten um 5,1 Millionen Barrel. Die Benzinbestände seien bei gestiegener Nachfrage indes um 3,7 Millionen Barrel verkleinert worden. Das DOE geht zudem von einem Anstieg der Gesamtnachfrage aus. In der Berichtswoche seien täglich 1,7 Millionen Barrel mehr nachgefragt worden als noch in der Vorwoche. Zwar liegt die Nachfrage mit insgesamt 15,8 Millionen Barrel pro Tag noch immer unter den erwarteten 21 Millionen Barrel pro Tag. Dass die Ölnachfrage wieder zulegt, stimmt Marktteilnehmer dennoch optimistisch.

Der DOE-Report setzt damit einen bullishen Impuls. Die Rohölpreise bewegen sich am Morgen entsprechend aufwärts. Um mehr als einen US-Dollar haben sie bereits zugelegt. WTI wird bei 16,82 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 24,07 US-Dollar. Die Heizölpreise orientieren sich heute ebenfalls aufwärts. Im Vergleich zum Vortag sind sie hierzulande um durchschnittlich zwei Euro gestiegen. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 53,45 Euro.

 

 

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