Aufwärtsbewegung der Ölpreise nach Vortagesrutsch

Der Wirtschaftsausblick des IWF hat die Finanz- und Rohstoffmärkte getroffen. Umgehend bekräftigte China seinen Plan, die Wirtschaft stützen zu wollen.

 

Pessimistische Wirtschaftsaussichten sorgten gestern für einen Preisrutsch am Ölmarkt. Zur Eröffnung des Weltwirtschaftsforums in Davos hatte der Internationale Währungsfonds (IWF) seinen Marktbericht veröffentlicht. Demnach ist 2019 und 2020 mit einem geringeren Wirtschaftswachstum zu rechnen als ursprünglich angenommen. Der IWF hat vorherige Prognosen auf 3,5 und 3,6 Prozent nach unten korrigiert. In China war die Verlangsamung des Wirtschaftswachstums laut nationalem Statistikamt bereits 2018 spürbar. Mit 6,6 Prozent fiel das chinesische Wirtschaftswachstum so gering aus wie seit 28 Jahren nicht mehr. Angesichts dieser nachfragebelastenden Datenlage gaben die Rohölpreise gestern um einen US-Dollar nach.

 

China plant Investitionsoffensive

Zum wiederholten Mal hat China betont, das Wirtschaftswachstum mit Hilfe einer Investitionsoffensive stabilisieren zu wollen. Der IWF hatte im Rahmen seines Marktberichts prognostiziert, die chinesische Wirtschaft werde in diesem Jahr um 6,2 Prozent wachsen. Daraufhin bekräftigte die chinesische Regierung ihren Plan, die Wirtschaft in diesem Jahr gezielt anzukurbeln. Man werde Investitionen tätigen, um die Nachfrage zu steigern und das Wirtschaftswachstum aufrecht zu erhalten. Ob eine Erhöhung der Staatsausgaben die Wirtschaft wird stützen können, bleibt abzuwarten. Die Ankündigung schwächt die Impulskraft der IWF-Prognose dennoch etwas ab. Hinzu kommt, dass die vom IWF als Risikofaktoren genannten Handelskonflikte wie der zwischen den USA und China frühzeitig gelöst werden könnten. Die tatsächliche Wirtschaftsentwicklung kann somit von den Erwartungen des IWF abweichen.

 

Kräftiges Nachfragewachstum in Indien

Nach Einschätzung des Energieinformationsunternehmens Wood Mackenzie ist und bleibt Indien einer der wichtigsten Ölnachfrager der Welt. Derzeit liege Indien hinter den USA und vor China auf Platz zwei der Staaten mit dem größten Ölbedarf. Im vergangenen Jahr habe Indien täglich 245.000 Barrel mehr Öl nachgefragt als noch im Vorjahr. Die Nachfrage habe die Marke von vier Millionen Barrel pro Tag geknackt. Vierzehn Prozent des weltweiten Nachfragewachstums sind laut Wood Mackenzie auf Indien zurückzuführen und das Ende des Wachstums ist offenbar noch lange nicht erreicht. Die OPEC geht davon aus, dass die indische Nachfrage bis 2040 auf 5,8 Millionen Barrel pro Tag steigen wird. Als Grund für das kräftige Nachfragewachstum führen Experten die vermehrten Autoverkäufe und zunehmende Reisen im Rahmen von Wahlkampagnen an. Zur Deckung seines Ölbedarfs ist Indien auf Importe angewiesen, importierte zuletzt 80 Prozent des verbrauchten Öls.

Heute Morgen sind die bullishen Impulse in den Marktfokus zurückgekehrt. Dass die IWF-Prognose nicht zwingend eintreten muss, China das Wirtschaftswachstum ankurbeln will und Indien die Ölnachfrage stabilisiert, wirkt preisstützend. Die Rohölpreise tendieren daher am Morgen aufwärts. WTI wird bei 53,18 US-Dollar gehandelt, während ein Barrel der Nordseesorte Brent 61,75 US-Dollar kostet. Am Heizölmarkt hält sich seit inzwischen zwei Wochen ein Seitwärtstrend. Die Heizölpreise orientieren sich an ihrem Fünfwochenhoch und schwankten zuletzt um maximal einen Euro. Auch heute ist nur eine geringfügige Preisänderung zu verzeichnen. Deutschlandweit haben die Preise im Vergleich zum Vortag um durchschnittlich 60 Cent nachgegeben. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 67,33 Euro.

 

 

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