Aufwärtsbewegung der Rohölpreise vor dem Wochenende

Bislang wurde die mit Spannung erwartete Videokonferenz der OPEC+ nicht vorgezogen. Marktteilnehmer vermuten nun, dass sie morgen stattfindet.

 

Die vergangenen fünf Wochen endeten an den Terminbörsen mit Gewinnen für die Rohöl-Futures. Heute könnten sie die sechste Woche in Folge Gewinne einfahren. Seit Wochenbeginn haben WTI und Brent um etwa zwei US-Dollar zugelegt. Beide Referenzsorten werden derzeit auf Dreimonatshochs gehandelt. Erstmals seit Anfang Mai liegt der WTI-Preis oberhalb von 37 US-Dollar, der Brent-Preis oberhalb von 40 US-Dollar. Aufwind verschafften den Futures Spekulationen über eine Verlängerung der laufenden Kürzungsmaßnahmen. Aus Insiderkreisen hieß es, die Produzenten der OPEC+ würden ihre für nächste Woche geplante Abstimmung auf diese Woche vorziehen. Darauf deuteten auch Meldungen über eine vorzeitige Einigung zwischen Saudi-Arabien und Russland hin. Beide sollen sich bereiterklärt haben, die Produktionskürzungen im aktuellen Umfang bis Ende Juli beizubehalten. Doch bislang wurde die Videokonferenz im Kreis der OPEC+ nicht vorgezogen. Ursprünglich rechneten Marktteilnehmer damit, sie würde am gestrigen Donnerstag stattfinden. Nun mehren sich Hinweise auf eine Absprache am morgigen Samstag.

Videokonferenz der OPEC+ für morgen erwartet

In der nächsten Woche wollten die Produzenten der OPEC+ ihre Kürzungsmaßnahmen auswerten und ihre Strategie bei Bedarf anpassen. Saudi-Arabien drängte allerdings früh auf eine Verschärfung der laufenden Maßnahmen. Noch im Mai kündigte der OPEC-Mitgliedsstaat an, seinen Output im Juni stärker zu drosseln als vereinbart. Zudem brachte Saudi-Arabien eine Verlängerung um ein bis drei Monate ins Gespräch. Seit die bilaterale Einigung mit Russland steht, warten Marktteilnehmer nur noch auf den offiziellen Beschluss der gesamten OPEC+. Eine entsprechende Videokonferenz wird für morgen erwartet. An den Terminbörsen beruft man sich auf Berichte eines algerischen Fernsehsenders, der Informationen aus Kreisen des algerischen Energieministers teilte. Für eine kurzfristige Abstimmung spricht zudem, dass Saudi-Arabien seine Verkaufspreise für Juli noch nicht veröffentlicht hat. Für gewöhnlich gibt die staatliche Ölfördergesellschaft Saudi Aramco ihre Preise innerhalb der ersten fünf Tage des Vormonats bekannt. Insider berichten, die aktuelle Preisankündigung werde auf frühestens Sonntag verschoben.

Angetrieben von der Hoffnung auf eine Verlängerung der Kürzungsmaßnahmen, bewegen sich die Rohölpreise am Morgen aufwärts. Innerhalb der ersten Handelsstunden seit Eröffnung haben die Referenzsorten zwischen 30 und 50 Cent zugelegt. WTI wird bei 37,61 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 40,38 US-Dollar. Die Heizölpreise unterliegen bereits seit Anfang April starken Schwankungen. Ihr Bewegungsspielraum reicht von Vierjahrestiefs bis hin zu Jahreshochs. Zwischen diesen Extremen liegt ein Preisunterschied von mehr als zwanzig Euro. Eine solch deutliche Schwankung zeichnet sich auch vor dem Wochenende ab. Gestern bewegten sich die Heizölpreise hierzulande noch oberhalb von 68 Euro und damit im Bereich ihrer Jahreshochs. Heute geben sie um durchschnittlich etwa 21 Euro nach. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 47,17 Euro.

 

 

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