Aufwärtstrend der Roh- und Heizölpreise zum Wochenende

Der OPEC-Monatsreport bestätigt den Erfolg der Produktionskürzungen. Die Kartellmitglieder haben ihr Kürzungsziel erreicht, kürzen jedoch weiter.

 

Wochenlang hatten sich die Rohölpreise bei angespannter Marktlage seitwärts orientiert. In dieser Handelswoche folgte die Wende. Vom Seitwärtstrend gingen die Preise in eine Aufwärtsbewegung über. Seit Montag hat Brent ungefähr einen US-Dollar zugelegt, während der Preis für WTI um mehr als zwei US-Dollar anzog. Gleich zu Wochenstart stützte die Meldung, das größte Ölfeld Libyens werde nur langsam seine gewohnte Auslastung erreichen. In den folgenden Tagen veröffentlichten das American Petroleum Institute (API) und das US-amerikanische Department of Energy (DOE) ihre Bestandsberichte und setzten damit weitere bullishe Impulse. Sowohl API als auch DOE berichteten von unerwartet starken Abbauten des US-Rohölvorrats. Zudem ist die US-Ölförderung laut DOE aus ihrem Seitwärtstrend ausgebrochen und erstmals seit Wochen etwas zurückgegangen.

 

OPEC-Monatsreport trifft Erwartungen

Der gestern veröffentlichte Monatsreport der OPEC hielt keine Überraschungen bereit. Wie erwartet haben die Kartellmitglieder ihren Output gemäß Kürzungsabkommen gedrosselt. Die im Dezember verabschiedete Kürzungsquote ist laut Monatsbericht für Februar zu 105 Prozent eingehalten worden. Im Laufe des Februars haben die OPEC-Mitgliedsstaaten ihre Produktion demnach um 221.000 Barrel pro Tag zurückgefahren. Insgesamt liege die OPEC-Produktion bei 30,5 Millionen Barrel pro Tag. Unfreiwillige Beiträge Libyens und Venezuelas sowie umfangreiche Kürzungen Saudi-Arabiens trieben die Einhaltungsquote vermutlich maßgeblich nach oben. Obwohl die Outputdrosselung erfolgreich umgesetzt ist, plant Saudi-Arabien weitere Produktionskürzungen. Im Februar lag die nationale Produktion bei 10,09 Millionen Barrel pro Tag, während man für März und April mit einer Tagesproduktion von 9,8 Millionen Barrel kalkuliert.

Die OPEC wird in den nächsten Monaten somit weitere Hunderttausend Barrel vom Markt nehmen. Außerhalb des Kartells sei hingegen mit einem Produktionswachstum zu rechnen, heißt es im Monatsreport. Demnach werden Nicht-OPEC-Staaten ihren Output künftig um 2,24 Millionen Barrel pro Tag steigern. Die vorherige Prognose lag noch 60.000 Barrel pro Tag darunter. Der Markt sieht sich also weiterhin mit dem Spannungsfeld zwischen Produktionskürzungen und Produktionssteigerungen konfrontiert. Heute liegt der Fokus allerdings auf der Verknappung der Verfügbarkeit und niedrigen Ölbeständen. Daher bauen die Rohölpreise am Morgen ihre Jahreshochs aus und tendieren aufwärts. WTI wird bei 58,76 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet indes 67,43 US-Dollar. Der bereits Wochen andauernde Seitwärtstrend führte die Heizölpreise auch durch diese Woche. Seit Montag haben sie zwar etwas nachgegeben, befinden sich allerdings weiterhin nahe ihrer Dreieinhalbmonatshochs. Orientierung gibt noch immer die 70-Euro-Marke. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 69,60 Euro.

 

Letztes Quartal könnte Versorgungslage entspannen

Aufgrund der OPEC-Produktionskürzungen ist die Versorgungslage momentan angespannt. Laut Kartellreport bleibt der Markt bis ins dritte Quartal hinein unterversorgt. Bis zu 400.000 Barrel pro Tag würden fehlen. Dennoch werde man weiterhin auf Produktionskürzungen setzen, denn im letzten Quartal drohe ein Angebotsschub der Nicht-OPEC-Staaten. Mit Inbetriebnahme neuer Pipelines würden die USA ihre Förderung gegen Ende des Jahres deutlich steigern, so die Annahme der OPEC. Dass ein neuer US-Schieferölboom bevorsteht, hat vor kurzem auch die International Energy Agency angekündigt. Das Spannungsfeld zwischen Produktionskürzungen und -steigerungen wird den Markt somit durch das Jahr begleiten.

 

 

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