Aufwärtstrend führt Roh- und Heizölpreise auf Hochs

US-Präsident Trump zeigt sich zuversichtlich. Gut verlaufende Pekinger Gespräche wecken Hoffnung auf Fortschritte im US-chinesischen Handelsstreit.

 

Seit Jahresbeginn kürzen die OPEC-Mitgliedsstaaten zielstrebig ihren Output. Saudi-Arabien zeigt sich besonders engagiert, kündigte jüngst sogar noch umfangreichere Kürzungen an als vereinbart. Statt der ursprünglichen Produktionssenkung um 400.000 Barrel pro Tag erwägt Saudi-Arabien für März offenbar eine Drosselung um 900.000 Barrel pro Tag. Die International Energy Agency sieht den Markt daher in einer Unterversorgung, obwohl die Nachfrage im Jahresverlauf zurückgehen werde. Größte Sorge der Marktteilnehmer ist daher die Verlangsamung und Schwächung des Wirtschaftswachstums. Doch nun könnte mit dem Handelsstreit zwischen den USA und China ein wirtschaftsbelastender Faktor wegfallen. Denn US-Präsident Donald Trump spricht von Fortschritten bei den aktuellen Gesprächen in Peking und erwägt bei gutem Verlauf eine Verschiebung der Deadline vom 1. März.

 

DOE liefert bearishen Bestandsbericht

Hatte das American Petroleum Institute (API) noch am Dienstag den überraschenden Rückgang der US-Ölvorräte gemeldet, fiel der Vergleichsreport des US-amerikanischen Department of Energy (DOE) gestern bearish aus. In allen Kategorien hat das Energieministerium Aufbauten verzeichnet. Entgegen der Schätzung von API und Analysten sei der US-Rohölbestand um 3,6 Millionen Barrel gestiegen. Zurückzuführen ist dieser unerwartet deutliche Bestandsausbau laut DOE auf die gesunkene Raffinerieauslastung und den Rückgang der Exporte. Dass die USA selbst weniger Öl importiert haben, hatte aufgrund der national wie international so geringen Nachfrage keinen Einfluss auf die Bestandsentwicklung. Zudem befinde sich die US-Ölförderung mit 11,9 Millionen Barrel pro Tag weiterhin auf Rekordniveau.

Auch die Nachfrage nach Produkten ist laut DOE in der vergangenen Wochen stark gesunken, was den Ausbau der Produktbestände begünstigt hat. Die Vorräte an Destillaten seien in der Berichtswoche um 1,2 Millionen Barrel gestiegen, während bei den Benzinbeständen ein Wachstum um 400.000 Barrel zu verzeichnen gewesen sei. Dem DOE zufolge haben die US-weiten Gesamtölvorräte um 6,5 Millionen Barrel zugelegt. Der Wochenbericht des US-Energieministeriums ist somit eindeutig bearish zu interpretieren. Allerdings könnte sich das Blatt in der nächsten Woche wenden. Sollten die Importe ihr niedriges Niveau beibehalten und die Raffinerieauslastung nach den saisontypischen Wartungsarbeiten wieder anlaufen, würde Potenzial für umfangreiche Bestandsabbauten entstehen. Am Morgen liegt der Marktfokus auf den Entwicklungen im US-chinesischen Handelsstreit sowie den gezielten und ungeplanten Produktionssenkungen weltweit. Die Rohölpreise bewegen sich auf neuen Hochs aufwärts. WTI wird bei 54,41 US-Dollar gehandelt, dem höchsten Stand seit zehn Tagen. Brent erreicht mit 64,35 US-Dollar indes ein neues Dreimonatshoch. Die Heizölpreise beenden heute ihren viereinhalbwöchigen Seitwärtstrend. Im Vergleich zum Vortag haben sie deutschlandweit um fast einen Euro zugelegt und ein neues Jahreshoch erreicht. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 69,17 Euro. Über der 69-Euro-Schwelle lagen die Heizölpreise zuletzt vor zwei Monaten.

 

 

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