Februar beginnt mit Abwärtsbewegung der Ölpreise

Nicht erst seit einigen Wochen, sondern schon seit Monaten soll sich die US-Ölförderung auf ihrem Rekordhoch von 11,9 Millionen Barrel pro Tag befinden.

 

In dieser Handelswoche haben die politische Lage in Venezuela und die US-Sanktionen gegen die venezolanische Ölindustrie die Preisbildung am Ölmarkt bestimmt. Eine Rallye blieb bislang aber aus. WTI stieg gestern nur kurzzeitig auf sein Zweimonatshoch. Hervorgerufen wurde die Aufwärtsbewegung von gesunkenen US-Ölvorräten und rückläufigem OPEC-Output. Die OPEC-Mitgliedsstaaten haben ihre Produktion nach Einschätzung von JBC Energy schon den zweiten Monat in Folge zurückgefahren. Nach dem Produktionsrückgang im Dezember 2018 sei der Kartelloutput im Januar um 900.000 Barrel pro Tag gedrosselt worden. Laut laufendem Kürzungsabkommen haben die Kartellmitglieder eigentlich nur eine Drosselung um 800.000 Barrel pro Tag vereinbart. Der US-chinesische Handelsstreit und die US-Ölförderung dämpften gestern jedoch das Aufwärtspotenzial und begünstigten Gewinnmitnahmen.

 

Gespräche im Handelsstreit enden ohne Ergebnis

Die zweitägigen Gespräche zwischen Regierungsvertretern aus China und den USA endeten gestern ohne konkrete Ergebnisse. Eine chinesische Delegation um den chinesischen Vizeministerpräsident Liu He war für Verhandlungen nach Washington gereist. Auf US-Seite wurden die Gespräche am Mittwoch und Donnerstag vom Handelsbeauftragten Robert Lighthizer geleitet. In einer Erklärung des Weißen Hauses heißt es, der handelspolitische Austausch sei intensiv und produktiv verlaufen. Man habe Fortschritte gemacht, doch es bleibe noch viel zu tun. Schwerpunkt der Agenda waren die chinesische Marktgestaltung und der Marktzugang. Auch US-Präsident Donald Trump hat die chinesische Delegation empfangen und zeigte sich auf Twitter zuversichtlich. Trump betonte aber, einen Deal werde es erst bei einem Treffen mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping geben. Ende Februar läuft die Frist für eine Vereinbarung aus. Ab dem 1. März werden die USA die Strafzölle auf chinesische Produkte auf 25 Prozent erhöhen.

 

US-Ölförderung seit Monaten auf Rekordhoch

Laut den Wochenberichten des US-Energieministeriums hält sich die nationale Ölförderung seit Wochen konstant auf ihrem Rekordhoch von 11,9 Millionen Barrel pro Tag. Nun gab die Statistikabteilung des Ministeriums bekannt, die Förderung befände sich bereits seit Monaten auf diesem Niveau. Schon im November 2018 habe die US-Produktion die Marke von 11,9 Millionen Barrel geknackt. Ursprünglich war man davon ausgegangen, dass die Tagesförderung im November bei 11,76 Millionen Barrel lag. Insbesondere die texanische Schieferölförderung sowie die Produktion im Golf von Mexiko haben die US-Produktion laut Energieministerium auf Rekordniveau getrieben.

Die Zeit für eine Einigung im US-chinesischen Handelsstreit läuft davon, während die US-Ölförderung derzeit womöglich noch höher ist als angenommen. Marktteilnehmer müssen sich auf einen kurzfristigen Handelsdeal und eine stabile Versorgungssituation einstellen. Am Markt macht sich folglich Unsicherheit breit, weshalb die Preise heute trotz unbeständiger Lage in Venezuela abwärts tendieren. WTI wird am Morgen bei 53,82 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 61,00 US-Dollar. Die Referenzsorten haben ihre Hochs von gestern verlassen. Die Heizölpreise haben hierzulande im Vergleich zum Vortag etwas zugelegt. Gaben sie noch zu Wochenbeginn um mehr als einen Euro nach, gleichen sie diese Abwärtsbewegung nun wieder aus. Heute kehren die Preise auf ihr Vorwochenniveau zurück. Insgesamt befinden sie sich somit weiterhin im Seitwärtstrend, der inzwischen seit drei Wochen anhält. Im Deutschlanddurchschnitt kosten 100 Liter Heizöl aktuell 67,69 Euro.

 

 

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