Handelsstreit drückt Ölpreise auf Zweiwochentiefs

Noch in der vergangenen Woche endeten US-chinesische Verhandlungen mit Zuversicht. Nun gilt ein Deal vor Märzbeginn als unwahrscheinlich.

 

Auf Zweimonatshochs begann die Handelswoche für die Rohölpreise. Eine Vielzahl bullisher Impulse hatte ihnen Aufwärtspotenzial verschafft. Zum einen hatten die USA erklärt, Ende April die Sanktionen gegen Venezuela zu verschärfen und Ölimporte aus dem südamerikanischen Land vollständig zu verbieten. Zum anderen wirkten positive US-Arbeitsmarktdaten und der Einbruch aktiver US-Ölbohranlagen auf ein Achtmonatstief preisstützend. Im Laufe der Handelswoche konnten die Rohölpreise ihre Hochs nicht halten und gingen kontinuierlich zurück. Zwar sorgte der Bestandsbericht des US-Energieministeriums kurzzeitig für bullishe Stimmung, doch letztlich belasteten volle US-Lager, die auf Rekordniveau stagnierende US-Ölförderung und die Aussicht auf eine Produktionssteigerung Libyens die Preise. Heute überwiegen weiterhin die bearishen Impulse, welche die Rohölpreise voraussichtlich mit Verlusten zwischen eineinhalb und zweieinhalb US-Dollar ins Wochenende gehen lassen werden.

 

Einigung im Handelsstreit unwahrscheinlich

Nach mehreren Treffen scheinen die Verhandlungen im US-chinesischen Handelsstreit ins Stocken geraten zu sein. Zuletzt hatte sich die US-Regierung noch zuversichtlich gezeigt. US-Präsident Donald Trump hatte nach bilateralen Gesprächen auf Ministerebene in der Vorwoche sogar ein baldiges Treffen mit Chinas Staatschef Xi Jinping angedeutet. Inzwischen äußert man sich verhaltener. So berichtet unter anderem der US-Nachrichtensender CNBC unter Berufung auf Insiderkreise, ein Aufeinandertreffen der Staatsoberhäupter vor dem 1. März sei äußerst unwahrscheinlich. Bis zu dieser Deadline liegt der Handelsstreit auf Eis und beide Staaten verzichten auf die Einführung neuer Strafzölle. Doch ab dem 1. März wird die US-Regierung ihre Strafzölle auf chinesische Importe ausweiten und erhöhen. Dass der Handelsstreit mit negativen Folgen für das Wirtschaftswachstum andauern könnte, wird am Markt klar bearish interpretiert.

 

USA bringen NOPEC-Gesetz voran

Die USA rücken der Verabschiedung des sogenannten NOPEC-Gesetzes näher. Der „No Oil Producing and Exporting Cartels Act“ soll möglich machen, gegen Ölkartelle wie die OPEC vorzugehen. Die USA hatten die Zusammenarbeit der OPEC-Mitgliedsstaaten insbesondere mit Russland stets als wettbewerbsfeindlich kritisiert. Der juristische Ausschuss des Repräsentantenhauses hat den NOPEC-Act nun freigegeben, sodass das gesamte Repräsentantenhaus darüber abstimmen kann. Eine Abstimmung im Senat könnte folgen. Am Morgen ist der in die Ferne gerückte Deal zwischen USA und China preisbestimmender Faktor am Ölmarkt. Die Rohölpreise bewegen sich auf Zweiwochentiefs abwärts. WTI wird bei 52,17 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 61,16 US-Dollar. Die Heizölpreise setzen ihren bereits vierwöchigen Seitwärtstrend auch heute fort. Waren sie auf ihrem Dreiwochenhoch von 68 Euro in die Woche gestartet, bewegten sie sich in den vergangenen Tagen etwas abwärts. Heute nähern sie sich wieder der 68-Euro-Marke. Im Vergleich zum Vortag haben die Preise um ungefähr 30 Cent zugelegt. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 67,97 Euro.

 

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