Handelswoche beginnt mit Abwärtsbewegung der Ölpreise

Die Frist für einen Deal im US-chinesischen Handelsstreit rückt näher. In dieser Woche wird erneut in Peking verhandelt, doch ohne Aussicht auf Einigung.

 

Sanktionsbedingte Exportausfälle in Venezuela und die umfangreichen Produktionskürzungen begünstigen eine Verknappung des Angebots. Doch die Wirtschaftsprognosen sind schwach und so könnte die Nachfrage selbst hinter einem geringen Angebot zurückbleiben. Belastend ist vor allem der Handelsstreit zwischen den USA und China. Der 1. März rückt näher und mit ihm die Frist für einen Deal. Aus US-Regierungskreisen hieß es zuletzt, vor dieser Deadline sei ein Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping unwahrscheinlich. Damit schwand am Markt die Hoffnung auf ein baldiges Ende des Handelsstreits. Fortschritte könnte nun das voraussichtlich letzte Gespräch in diesem Monat bringen. US-Finanzminister Steven Mnuchin und US-Handelsbeauftragter Robert Lighthizer reisen diese Woche für erneute Verhandlungen nach Peking.

 

USA: Wieder mehr Ölbohranlagen aktiv

In der vergangenen Woche ist die Zahl aktiver US-Ölbohranlagen gestiegen. Das geht aus den jüngsten Aufzeichnungen von Baker Hughes hervor. War die Zahl zuvor eingebrochen und auf den niedrigsten Stand seit acht Monaten gesunken, wurde nun offenbar ein Teil des Rückgangs kompensiert. US-weit seien in der Berichtswoche sieben zusätzliche Anlagen in Betrieb genommen worden, insgesamt seien nun 854 aktiv. Wenngleich sich die Zahl damit weiterhin auf einem im Jahresvergleich hohen Niveau befindet, zeichnet sich seit Jahresbeginn ein Abwärtstrend ab. In vier der vergangenen sechs Wochen hat Baker Hughes einen Anlagenrückgang gemeldet. Seit Januar sind demnach dreißig US-Ölbohranlagen deaktiviert worden. Am Markt wird dies als Zeichen für eine Verlangsamung des Ölförderwachstums interpretiert.

 

Libyen: Sharara-Ölfeld bleibt außer Betrieb

Das seit Anfang Dezember 2018 abgeschaltete Sharara-Ölfeld wird bis auf weiteres außer Betrieb bleiben. Nach Angaben der National Oil Corporation (NOC) steht das größte Ölfeld Libyens teilweise noch immer unter der Kontrolle von Besetzern. NOC-Vorsitzender Mustafa Sanalla rief die am Streit um das Ölfeld beteiligten Parteien zur Vermeidung einer Eskalation auf, um Personal und Infrastruktur zu schützen. Der Betrieb werde erst wieder anlaufen, wenn die Sicherheit wiederhergestellt sei. In der vergangenen Woche hieß es, die Libyan National Army (LNA) habe das Ölfeld von Besetzern übernommen und die Kontrolle erlangt. Hierbei handelte es sich allerdings offenbar nur um einen Teilerfolg, denn Bereiche des Ölfelds werden weiterhin von Besetzern kontrolliert. Zudem sieht sich die LNA Medienberichten zufolge mit neuen Angriffen konfrontiert, die im Zusammenhang mit dem Kampf um Sharara stehen. Aufgrund der Abschaltung des Sharara-Ölfelds und des abhängigen El Feel-Ölfelds ist die Förderung Libyens um mindestens 400.000 Barrel pro Tag gesunken.

Der Ölmarkt befindet sich am Morgen im Spannungsfeld zwischen weltweit rückläufiger Ölförderung und ungelösten Handelsstreitigkeiten. Während Marktteilnehmer auf Neuigkeiten aus Peking warten, herrscht zu Wochenbeginn zunächst bearishe Stimmung. Die Rohölpreise tendieren unterhalb ihrer Schlusskurse vom Freitag abwärts. WTI wird bei 52,19 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 61,86 US-Dollar. Nach mehreren Wochen im Seitwärtstrend haben die Heizölpreise am Wochenende zugelegt und die 68-Euro-Schwelle überschritten. Seit vier Wochen hatten sie diese Marke nicht mehr geknackt. Heute verharren die Preise unverändert auf ihren Vierwochenhochs. Im Deutschlanddurchschnitt kosten 100 Liter Heizöl 68,28 Euro.

 

 

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