Handelswoche beginnt mit Aufwärtstendenz der Ölpreise

Marktteilnehmer beschäftigt zu Wochenbeginn die angespannte Lage in Venezuela. Interimspräsident Guaidó plant für heute seine Rückkehr und Proteste.

 

Im Laufe der vergangenen Handelswoche haben die Rohölpreise minimale Gewinne eingefahren. Das Spannungsfeld zwischen knappem Angebot und Gegenmaßnahmen der USA bestimmte die Preisgestaltung. Auf der einen Seite halten die OPEC-Mitgliedsstaaten ihre Kürzungsquote zu mehr als 100 Prozent ein. Berücksichtigt man auch vom Abkommen ausgenommene Mitglieder wie Libyen und Venezuela, liegt die Quote sogar bei über 200 Prozent. Auf der anderen Seite fördern die USA auf Rekordhoch und werden in den nächsten Monaten einige Millionen Barrel aus ihrer strategischen Ölreserve freigeben. Am Montagmorgen ist Venezuela einziger Marktfokus.

 

Venezuela: Guaidó vor Einreise

Der selbst ernannte Interimspräsident Venezuelas, Juan Guaidó, hat für heute seine Rückkehr angekündigt. Das teilte er in einer Videobotschaft mit, die über die sozialen Netzwerke verbreitet wurde. Hierin rief er Anhänger und Staatsbedienstete zu verstärkten Protesten gegen die Regierung auf. Guaidó gab bekannt, am Montag selbst nach Venezuela zurückzukehren. Wo er sich derzeit aufhält, ist nicht bekannt. Da Guaidó trotz Ausreiseverbot das Land verlassen hat und sich Ende Januar gegen die Regierung wandte, droht ihm in Venezuela die Verhaftung. Ihn bei der Einreise festzunehmen, sei jedoch ein Fehler, so Guaidós Warnung an die Behörden. Unter anderem in Caracas werden im Laufe des Vormittags Demonstrationen erwartet. Die Regierung unter Nicolás Maduro forderte die Bevölkerung indes auf, Karneval zu feiern und Urlaub zu machen.

 

USA: Immer weniger Ölbohranlagen aktiv

Auch in der vergangenen Woche hat die Zahl aktiver Ölbohranlagen ihren Abwärtstrend fortgesetzt. Wie Baker Hughes berichtet, wurden zuletzt zehn Anlagen deaktiviert. Insgesamt seien US-weit noch 843 Bohrstätten in Betrieb. Es ist bereits der zweite Rückgang infolge. Die Investitionsflaute bei der Schieferölexploration zeichnet sich seit Jahresbeginn ab. Obwohl sie gesunken ist, ist die Zahl aktiver Ölbohranlagen nicht zu unterschätzen. Im Mehrjahresvergleich befindet sie sich trotz Abwärtsorientierung auf einem hohen Niveau, das für die Sicherstellung des kontinuierlichen Förderwachstums ausreicht. Das zeigt auch die Entwicklung der US-Ölförderung. Laut US-Energieministerium ist die nationale Förderaktivität in der Vorwoche auf ein Allzeithoch von 12,1 Millionen Barrel pro Tag gestiegen.

Für die Rohölpreise beginnt die neue Handelswoche mit Aufwärtspotenzial. Bei knapper Versorgungssituation bleibt die Lage in Venezuela angespannt. Das lässt die Referenzsorten am Morgen oberhalb ihrer Schlusskurse vom Freitag aufwärts tendieren. WTI wird bei 55,93 US-Dollar gehandelt, während ein Barrel der Nordseesorte Brent 65,22 US-Dollar kostet. Mitte Februar haben die Heizölpreise oberhalb der 71-Euro-Schwelle ihren Jahresrekord aufgestellt. In den darauffolgenden Wochen gaben sie zwar etwas nach, blieben aber im Bereich ihrer Dreimonatshochs. Zwischen 69 und 70 Euro ging es für sie auf und ab. Diese Seitwärtstendenz behalten sie auch zu Märzbeginn bei. Stand am Freitag noch die 69 vor dem Komma, knackten die Preise mit dem Wochenende wieder die 70-Euro-Marke. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 70,16 Euro.

 

 

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