IWF-Warnung führt Rohölpreise in Abwärtstendenz

Kletterten sie gestern auf Zweimonatshochs, fallen die Rohölpreise heute wieder. Auslöser ist die Wirtschaftsprognose, die der IWF in Davos vorstellte.

 

Gleich zu Wochenbeginn machten die Rohölpreise gestern einen deutlichen Satz nach oben. WTI näherte sich der 54-US-Dollar-Marke, während Brent auf die Schwelle von 63 US-Dollar zuschritt. Beide Referenzsorten haben sich seit November 2018 nicht mehr auf einem so hohen Niveau befunden. In den ersten Handelsstunden kletterten sie gestern somit auf Zweimonatshochs. Grund für die Preisrallye waren die unerwartete Deaktivierung zahlreicher US-Ölbohranlagen sowie die fortschreitende Annäherung im Handelsstreit zwischen den USA und China. Die Meldungen weckten bei Marktteilnehmern Hoffnung auf ein langsameres Wachstum der US-Ölförderung, eine stabile Nachfrage und ein beständiges Wirtschaftswachstum. Doch bereits gegen Handelsschluss konnten die Rohölpreise ihre Niveaus nicht halten. In Davos stellte der Internationale Währungsfonds (IWF) seinen Wirtschaftsausblick vor, der auf die Finanz- und Rohstoffmärkte belastend wirkte.

 

IWF warnt vor globalen Konflikten

Der IWF hat seine Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft gesenkt. Schon im vorherigen Bericht aus dem Oktober hatte der IWF seine Erwartung nach unten korrigiert. Rechnete man vor drei Monaten noch mit einem Wirtschaftswachstum von 3,7 Prozent für 2019 und 2020, lautet die Prognose für das laufende Jahr nun 3,5 Prozent. Im nächsten Jahr werde die Weltwirtschaft um 3,6 Prozent wachsen. Der IWF begründet seine Abwärtskorrektur mit globalen Handelskonflikten. Die Eskalation von Konflikten wie dem US-chinesischen Handelsstreit oder dem Brexit sei eine der „wesentlichen Risikoquellen“. Der IWF rief dazu auf, Streitigkeiten schnell zu lösen, um die Weltwirtschaft nicht weiter zu destabilisieren.

 

Chinas Wirtschaftswachstum ausgebremst

Während der IWF mit einem langsameren Weltwirtschaftswachstum rechnet, musste China seine Wachstumszahlen ebenfalls nach unten korrigieren. Betrug das chinesische Wirtschaftswachstum 2017 noch 6,8 Prozent, hat das Statistikamt in Peking im Jahr 2018 ein 6,6-prozentiges Wachstum verzeichnet. Dies sei das schwächste Wirtschaftswachstum seit 1990. Das 28-Jahres-Tief ist aber offenbar nicht das Ende des Abwärtstrends. Der IWF prognostiziert China für 2019 und 2020 ein Wirtschaftswachstum von 6,2 Prozent. Dass sowohl die chinesische als auch die Weltwirtschaft deutlich ausgebremst werden, sorgt an den Märkten für bearishe Stimmung. Die Rohölpreise tendieren am Morgen abwärts, ist China doch bedeutendster Ölnachfrage der Welt. WTI wird bei 53,36 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 62,19 US-Dollar. Von ihren Zweimonatstiefs haben sich die Referenzsorten somit etwas entfernt. Die Heizölpreise brechen auch heute nicht aus ihrem Seitwärtstrend aus. Seit zwölf Tagen bewegen sie sich bereits mit nur geringen Schwankungen im Bereich ihrer Viereinhalbwochenhochs. Deutschlandweit steigen die Preise heute um lediglich 50 Cent und behalten ihr Niveau der Vortage damit bei. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 67,95 Euro.

 

 

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