Leichte Abwärtstendenz der Rohölpreise am Morgen

Noch in dieser Woche will US-Präsident Donald Trump seine Reaktion auf Chinas Sicherheitsgesetz vorstellen, wodurch die Spannungen zunehmen könnten.

 

Zielstrebige Produktionskürzungen der OPEC+ trieben die Rohöl-Futures gestern auf neue Hochs. Die Referenzsorten WTI und Brent kletterten auf den höchsten Stand seit Anfang März. Auslöser war die Einschätzung des russischen Energieministers, der Markt werde voraussichtlich spätestens im Juli nicht mehr überversorgt sein. Alexander Nowak verwies auf die umfangreichen Kürzungen der OPEC+ sowie nicht am Kürzungsabkommen beteiligter Produzenten. Zudem sei ein Anstieg der Kraftstoffnachfrage zu erwarten. Auch Russland selbst hat seinen Output offenbar wie vereinbart auf etwa 8,5 Millionen Barrel pro Tag gesenkt. Diese Meldungen stützten die Rohölpreise gestern maßgeblich. Sie beendeten den Handelstag allerdings unterhalb ihrer Tageshochs. WTI hatte sich zwischenzeitlich oberhalb von 34 US-Dollar bewegt, während Brent oberhalb von 36 US-Dollar gehandelt worden war. Aus dem Handel gingen die Referenzsorten aufgrund zunehmender Gewinnmitnahmen unterhalb dieser Preismarken. Am Morgen bleibt die Marktstimmung verhalten. Das angespannte Verhältnis zwischen den USA und China sorgt erneut für Verunsicherung.

USA planen Reaktion auf Chinas Sicherheitsgesetz

In Reaktion auf das angekündigte Sicherheitsgesetz bereiten die USA derzeit Maßnahmen gegen China vor. Das gab US-Präsident Donald Trump am Rande einer Pressekonferenz im Weißen Haus bekannt. Gefragt nach möglichen Sanktionen, deutete Trump entsprechende Schritte an. Man bereite etwas vor, das „sehr mächtig“ sei. Noch in dieser Woche werde er den Plan vorstellen. Weitere Details ließ Trump offen. Am Freitag hatte die chinesische Staatsführung im Rahmen des Nationalen Volkskongresses neue Sicherheitsgesetze für Sonderverwaltungszonen angekündigt. Morgen soll der Gesetzentwurf verabschiedet werden, der unter anderem Strafen für Aufruhr gegen und Abspaltung von China vorsieht. Das Gesetzpaket würde zudem eine Verlegung chinesischer Sicherheitsorgane in die Sonderverwaltungszonen ermöglichen. Nach der Ankündigung kam es zu Protesten in Hongkong. Auch Politiker in Europa und den USA zeigten sich beunruhigt und sehen die Autonomie Hongkongs in Gefahr. Im Zuge der Corona-Krise hatten sich die Spannungen zwischen den USA und China bereits zugespitzt. Die USA übten Kritik an China und der Weltgesundheitsorganisation, warfen beiden Versäumnisse im Umgang mit Covid-19 vor. China warnte die USA zuletzt vor einem neuen Kalten Krieg. Die von Trump angedeuteten Maßnahmen könnten das angespannte Verhältnis weiter belasten.

Spekulationen über Anlaufen der Fahrsaison

Am Montag feierten die USA den Memorial Day, der jedes Jahr auf den letzten Montag im Mai fällt. Das lange Wochenende nur wenige Wochen vor Sommerbeginn lädt für gewöhnlich US-weit zu Ausflügen und Aktivitäten ein. Es gilt daher als Auftakt der US-Fahrsaison, welcher die Kraftstoffnachfrage ankurbelt. Entsprechend gespannt blicken Marktteilnehmer auf die Bestandsreports des American Petroleum Institute und des US-Energieministeriums. Beide werden aufgrund des Feiertags mit einem Tag Verzögerung erscheinen, also erst heute und morgen.

Bei bearisher Ausgangslage starten die Rohölpreise etwas unterhalb ihrer gestrigen Niveaus in den Handelstag. WTI wird bei 33,73 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 35,52 US-Dollar. Während sich die Rohölpreise im Bereich ihrer Zweieinhalbmonatshochs bewegen, orientieren sich die Heizölpreise seit dem Wochenende auf niedrigem Niveau seitwärts. Sie schwanken nur geringfügig und liegen in der Nähe ihrer Vierjahrestiefs. Heute geben die Heizölpreise hierzulande etwas nach und rutschen erstmals seit zehn Tagen unter die 48-Euro-Schwelle. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 47,94 Euro.

 

 

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