Leichte Aufwärtstendenz der Ölpreise vor Bestandsreport

Am Ölmarkt wartet man auf richtungsweisende Impulse. Beobachtet werden Verhandlungen im US-chinesischen Handelsstreit und die Nachfrageentwicklung.

 

In dieser Woche stehen neue Verhandlungen im US-chinesischen Handelsstreit an. Es sind wohl die letzten in diesem Monat und vor der am 1. März auslaufenden Ergebnisfrist. Die US-Delegation um US-Finanzminister Steven Mnuchin ist bereits in Peking angekommen. Derzeit wird das Treffen auf Ministerebene vorbereitet, das für Donnerstag und Freitag angesetzt ist. Dass es mit einem Deal enden wird, ist unwahrscheinlich. US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt betont, ein Deal würde nur zwischen ihm und Chinas Staatschef Xi Jinping getroffen. Zusätzlich belastet werden die Preise von einer Meldung aus Libyen.

 

Libyen: Gesamter Sharara-Komplex besetzerfrei

Nachdem die Libyan National Army (LNA) vor wenigen Tagen bereits Teile des Sharara-Ölfelds unter ihre Kontrolle gebracht hat, wurde nun auch der Hauptkomplex des Ölfelds übernommen. Laut dem LNA-Sprecher hat die Armee eine Einigung mit den Besetzern getroffen, die das Ölfeld seit Anfang Dezember 2018 blockiert hatten. Die LNA kündigte an, die Feldkontrolle an die National Oil Corporation (NOC) zu übergeben. Ziel sei, die Ölförderung so schnell wie möglich wieder aufzunehmen. Die NOC selbst hat sich bislang noch nicht dazu geäußert, ob und wann die Produktion am Sharara-Ölfeld wieder anlaufen wird. Das größte Ölfeld Libyens hat eine Förderkapazität von 350.000 Barrel pro Tag.

 

OPEC: Gleichgewicht im ersten Quartal

Die seit Januar laufenden Produktionskürzungen der OPEC könnten schon im ersten Quartal ein Marktgleichgewicht herstellen. Das erklärte Suhail al-Mazrouei, Energieminister der Vereinigten Arabischen Emirate. In einem Interview mit dem Sender Al-Arabiya sagte al-Mazrouei, bis Ende März würden Angebot und Nachfrage dank der Bemühungen der OPEC ausgeglichen sein. Externe Kooperationspartner wie Russland hatten die schrittweise Umsetzung der Kürzungen angekündigt, während insbesondere Saudi-Arabien seinen Output seit Jahresbeginn umfassend gedrosselt hat. Nach Einschätzung von Analysten hat der OPEC-Mitgliedsstaat seine Produktion im Januar um mindestens 400.000 Barrel pro Tag zurückgefahren. Die gezielten Produktionskürzungen des Kartells wirken gemeinsam mit den ungeplanten Förderausfällen in Venezuela und Libyen bullish.

Aktuell befindet sich der Ölmarkt im Spannungsfeld zwischen rückläufiger OPEC-Produktion und dennoch hohen Beständen. Auch in dieser Woche rechnen Analysten mit einem Anstieg der US-Ölvorräte. Diese Prognose wird ebenso bearish interpretiert wie die möglicherweise schon bald wieder anlaufende Förderung am libyschen Sharara-Ölfeld und die schwindende Hoffnung auf einen Deal im US-chinesischen Handelsstreit. Marktteilnehmer zeigen sich am Morgen zunächst abwartend, sodass sich die Rohölpreise oberhalb ihrer gestrigen Schlusskurse halten können. WTI wird bei 52,69 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 61,90 US-Dollar. Am Heizölmarkt herrscht indes seit inzwischen viereinhalb Wochen ein Seitwärtstrend vor. Die Heizölpreise bewegen sich in einer Spanne von zwei Euro leicht auf und ab. Gestern haben sie zum ersten Mal seit mehreren Wochen die 68-Euro-Marke geknackt. Heute verbleiben sie oberhalb dieser Schwelle, geben im Vergleich zum Vortag aber etwas nach. Im Deutschlanddurchschnitt kosten 100 Liter Heizöl 68,12 Euro.

 

 

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