Leichte Aufwärtstendenz der Rohölpreise hält an

Am Ölmarkt ist die Preisspanne derzeit sehr eng. Starke Preisveränderungen sind nicht zu erwarten, denn die Überversorgung wird voraussichtlich andauern.

 

Die aktuelle Handelswoche startete am Montag so, wie die vergangene aufgehört hat: mit einer Abwärtsbewegung der Rohölpreise. Nach ihrer mehrwöchigen Rallye gaben WTI und Brent um fast zwei US-Dollar nach. Insbesondere die chinesische Außenhandelsbilanz sorgte für den Dämpfer. Sie brachte die Sorge vor einer langfristig schwachen Nachfrage zurück in den Marktfokus. Mit dem Monatsbericht der Energy Information Administration (EIA) erhielten Marktteilnehmer einen zusätzlichen bearishen Impuls.

 

EIA: Markt ist dauerhaft gut versorgt

Die EIA geht davon aus, dass die Überversorgung des Ölmarkts in den nächsten Jahren anhalten wird. Im aktuellen EIA-Monatsbericht heißt es, der Markt werde auch 2019 und 2020 überversorgt sein. Die Kürzungsmaßnahmen der OPEC würden der stetig wachsenden Ölförderung der USA und anderer Nicht-OPEC-Produzenten nicht entgegenwirken können. Das weltweite Ölangebot werde deutlich schneller zulegen als die Nachfrage, was die Entstehung einer dauerhaften Überversorgung begünstige. Dementsprechend rechnet die EIA mit einer Abwärtskorrektur der Preisniveaus. Lag der durchschnittliche Rohölpreis 2018 noch bei über 70 US-Dollar, werden sich die Preise 2019 und 2020 bei etwas mehr als 60 US-Dollar einpendeln. Der Marktausblick der EIA wirkt grundsätzlich bearish. Marktteilnehmer haben sich zunächst auf einen ausreichend versorgten Markt einzustellen, wobei die Auswirkungen der US-Iransanktionen unberechenbar sind.

 

API: Weiterhin große Ölvorräte in den USA

In der vergangenen Woche sind die US-Rohölvorräte etwas zurückgegangen, während die Bestände an Destillaten und Benzin gestiegen sind. Das geht aus dem gestern bekannt gewordenen Wochenreport des American Petroleum Institute (API) hervor. Laut API haben die USA ihre Rohölbestände um nur 600.000 Barrel reduziert. Experten hatten im Vorfeld Abbauten um bis zu zwei Millionen Barrel prognostiziert. Auch die Entwicklung der Produktvorräte bleibt hinter Expertenerwartungen zurück. Hier waren dem API zufolge deutlich umfangreichere Aufbauten zu verzeichnen als ursprünglich angenommen. Der API-Bericht fällt somit eindeutig bearish aus. Marktteilnehmer warten nun auf den nachmittäglichen Vergleichsreport des US-Energieministeriums.

Die bearishe Impulskraft der Einschätzungen von API und EIA setzt sich am Morgen nicht durch. Vielmehr tendieren die Rohölpreise aufwärts und klettern auf Einwochenhochs. WTI wird am Morgen bei 52,16 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 60,79 US-Dollar. Zurückzuführen ist die Aufwärtstendenz zum einen auf die schärfere Sanktionspolitik der USA gegenüber Venezuela und dem Iran. Zum anderen wird die Ankündigung einer chinesischen Investitionsoffensive bullish interpretiert. Sie könnte der Nachfrageschwäche entgegenwirken. Die Heizölpreise geben heute zum zweiten Mal in Folge nach. Um fast 1,50 Euro sind sie in dieser Woche gesunken. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 66,97 Euro und damit so wenig wie seit einer Woche nicht mehr. Von ihren am Wochenende aufgestellten Vierwochenrekorden haben sich die Preise aber trotz der kleinen Abwärtsbewegung nicht merklich entfernt.

 

 

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