Mai beginnt mit Abwärtsbewegung der Ölpreise

Auf Zweiwochenhochs starteten die Ölpreise in den Mai. Doch die Sorge vor einem Aufkeimen des US-chinesischen Handelsstreits belastet die Marktstimmung.

 

Mit einer Aufwärtsbewegung haben die Rohölpreise den April beendet. Um vier bis fünf US-Dollar kletterten die Referenzsorten zum Monatsende. Ins Wochenende gingen sie auf Zweiwochenhochs. Stützend wirkte insbesondere der Blick auf die Entwicklung von US-Ölvorräten und -nachfrage. Nach Einschätzung des US-Energieministeriums sind die Bestände zuletzt nicht so stark gewachsen wie angenommen. Zurückzuführen sei dies auf die überraschend gestiegene Ölnachfrage. Zudem sei die Ölförderung im Laufe des Monats deutlich zurückgegangen. Meldete das US-Energieministerium im März noch eine Rekordförderung von 13,1 Millionen Barrel pro Tag, förderten die USA zuletzt nur noch 12,1 Millionen Barrel pro Tag. Zusätzlich preisstützend wirkte sich die Ausnahmegenehmigung für ein mögliches Covid-19-Medikament in den USA aus. Sowohl Remdesivir als auch die steigende Ölnachfrage weckten vor dem Wochenende die Hoffnung, die Corona-Krise könnte ausgebremst werden. Zu Beginn der neuen Handelswoche überwiegen wieder die bearishen Impulse.

OPEC im April mit Produktionssteigerungen

Anfang April ist die Allianz von OPEC und externen Produzenten vorübergehend auseinandergebrochen. Nach Auslaufen des Kürzungsabkommens konnte man sich zunächst nicht auf eine gemeinsame Produktionsstrategie einigen. Aus Kooperationspartnern wurden für einige Wochen Konkurrenten. Das zeigt jetzt auch der Blick auf die Produktionszahlen. Um sich Marktanteile zu sichern, kurbelten die Staaten ihre Produktion an. Russland steigerte seinen Output im Vergleich zum Vormonat nur geringfügig, um 50.000 Barrel pro Tag. Die Vereinigten Arabischen Emirate erhöhten ihre Produktion indes auf ein Rekordhoch von 3,85 Millionen Barrel pro Tag. Im März hatte das OPEC-Mitglied noch etwa 400.000 Barrel pro Tag weniger produziert. Das stärkste Produktionswachstum war in Saudi-Arabien zu beobachten. Der OPEC-Mitgliedsstaat förderte noch im März rund zehn Millionen Barrel pro Tag. Im April lag die Tagesproduktion dann bei 11,3 Millionen Barrel pro Tag. Vor dem Hintergrund der Produktionszahlen aus April sind Marktteilnehmer skeptisch gegenüber den neuen Kürzungsmaßnahmen. Bereits vor Maibeginn hatten einige Produzenten der OPEC+ damit begonnen, ihren Output zurückzufahren. Da das Angebot im April allerdings zugelegt hat und die Nachfrage gering ist, bleibt ein Effekt der Produktionskürzungen fraglich.

Zunehmende Spannungen zwischen USA und China

Erst Anfang des Jahres konnte der Handelsstreit zwischen den USA und China ausgebremst werden. Mitte Januar hatten die Streitparteien ein Teilabkommen unterzeichnet und erklärt, auf neue Strafzölle zu verzichten. Die Corona-Krise könnte die Streitigkeiten aufflammen lassen, wie Marktteilnehmer jetzt befürchten. Am Wochenende war bekannt geworden, dass die Geheimdienste von USA, Großbritannien, Australien, Kanada und Neuseeland gemeinschaftlich schwere Vorwürfe gegen China erheben. Die Geheimdienste kritisieren den Umgang Chinas mit dem Ausbruch von Covid-19, werfen Vertuschung und mangelnde internationale Kooperationsbereitschaft vor. Zudem lassen sie Spekulationen über den Ursprung des Virus aufkommen. Zu erwarten ist, dass die harsche Kritik das Verhältnis von USA und China belasten wird.

Die Aussicht auf schwache Kürzungsmaßnahmen und einen neuen Konflikt zwischen den USA und China bewegt die Rohölpreise am Morgen abwärts. WTI wird bei 18,54 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 25,98 US-Dollar. Die Heizölpreise legen heute hingegen zu, um durchschnittlich 13 Euro im Vergleich zum Vortag. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 68,02 Euro.

 

 

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