Marktprognosen bewegen Rohölpreise weiter abwärts

Der Ölmarkt wird im nächsten Jahr überversorgt sein. Darin sind sich OPEC und IEA einig. Saudi-Arabien will mit seiner Exportdrosselung ein Zeichen setzen.

 

Die Woche nach der Verabschiedung neuer Kürzungsmaßnahmen der OPEC verlief weniger bullish als erwartet. Zwar werden die Rohölpreise heute mit Wochengewinnen von 1,50 US-Dollar aus dem Handel gehen. Doch zu einer richtigen Preisrallye kam es bislang nicht. Zu viele Zweifel bestehen hinsichtlich des Effekts der vermutlich nur schrittweise umgesetzten Kürzungen. Verstärkt wurde die bearishe Stimmung von den Monatsberichten der OPEC und der International Energy Agency (IEA). Laut OPEC-Report haben die Kartellmitglieder im November täglich 33 Millionen Barrel produziert. Für das nächste Jahr erwarte man indes einen Tagesbedarf von maximal 31,44 Millionen Barrel. Die Nachfrageprognose der IEA liegt bei 31,6 Millionen Barrel pro Tag. Allein die OPEC wird 2019 also ein Überangebot von mindestens 1,4 Millionen Barrel pro Tag schaffen, das mit täglichen Kürzungen im Umfang von 800.000 Barrel nicht auszugleichen ist. Um ein Zeichen zu setzen, plant Saudi-Arabien die nachhaltige Senkung der US-Ölbestände.

 

Saudi-Arabien: Einschnitt in Exportaktivität

Ab Januar wird Saudi-Arabien seine Ölexporte massiv zurückfahren. Aus Insiderkreisen heißt es, der OPEC-Mitgliedsstaat werde insbesondere in die USA deutlich weniger Öl exportieren. Dorthin hat Saudi-Arabien in diesem Jahr durchschnittlich 860.000 Barrel pro Tag geliefert. In der zweiten Jahreshälfte waren es sogar 975.000 Barrel pro Tag. Im Januar könnten die Tagesexporte in die USA unter die Marke von 600.000 Barrel fallen und damit ihr 30-Jahrestief erreichen. Die Gesamtausfuhren Saudi-Arabiens werden den Informanten zufolge nach dem Jahreswechsel um eine Million Barrel pro Tag zurückgehen und nur noch sieben Millionen Barrel pro Tag betragen. Mit der Drosselung seiner Exporte reagiert Saudi-Arabien vermutlich auf den für Januar prognostizierten Einbruch der weltweiten Ölnachfrage.

 

USA: Vermittler zwischen OPEC-Mitgliedern

Die USA agieren derzeit als Vermittler zwischen den OPEC-Mitgliedsstaaten Saudi-Arabien und Kuwait. Ziel der Vermittlung ist, den Prozess der Wiederinbetriebnahme von Ölanlagen in der Neutralen Zone voranzubringen. In dem geteilten Gebiet am Persischen Golf befinden sich Ölanlagen mit einer Förderkapazität von insgesamt 500.000 Barrel pro Tag. Nach ihrer Deaktivierung im Jahr 2015 wurden die Anlagen nicht wieder betrieben. Saudi-Arabien und Kuwait hatten sich bereits im Oktober auf die Wiederinbetriebnahme geeinigt, diese bis heute jedoch nicht umgesetzt. Getrieben von zwei Motiven haben sich nun die USA als Vermittler eingeschaltet. Zum einen wurde das US-Energieunternehmen Chevron mit dem technischen Betrieb der Ölanlagen betraut. Zum anderen würde der Förderanstieg niedrige Ölpreise begünstigen und im Sinne der USA weitere Exportausfälle des Iran kompensieren. Am Morgen liegt der Marktfokus auf den übereinstimmend bearishen Marktausblicken für 2019. Die Rohölpreise tendieren abwärts und haben bereits 60 bis 70 Cent auf ihre heutigen Eröffnungskurse verloren. WTI wird bei 52,25 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 60,94 US-Dollar. Die Heizölpreise beenden diese Handelswoche auf einem Dreieinhalbmonatstief. Im Deutschlanddurchschnitt kosten 100 Liter Heizöl 69,69 Euro.

 

 

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