Montagmorgen beginnt mit Aufwärtstendenz der Ölpreise

Innerhalb weniger Tage sollte das größte Ölfeld Libyens zu gewohnter Kapazität zurückkehren. Doch der Zustand der Anlage durchkreuzt den Plan.

 

Die vergangene Handelswoche endete für die Rohölpreise mit einer Abwärtsbewegung. Um 30 bis 40 Cent gaben die Referenzöle im Laufe des Freitags nach. WTI ging daher mit leichten Wochenverlusten ins Wochenende, während Brent einen minimalen Wochengewinn einfahren konnte. Belastet hat die Preise zum einen, dass sowohl OECD als auch Europäische Zentralbank ihre Prognosen zum Wirtschaftswachstum nach unten korrigiert haben. Zum anderen wirkte die Reaktivierung des größten Ölfelds Libyens bearish. Das Sharara-Ölfeld wurde vor einer Woche nach monatelanger Besetzung wieder in Betrieb genommen. Angekündigt wurde, binnen weniger Tage die volle Produktionsrate von mindestens 300.000 Barrel pro Tag erreichen zu wollen. Inzwischen sind erste Produktionszahlen bekannt und diese bleiben weit hinter der Ankündigung zurück.

 

Libyen: Langsames Hochfahren der Sharara-Produktion

Laut libyscher National Oil Corporation (NOC) wollte man die Tagesproduktion des Sharara-Ölfelds innerhalb weniger Tage auf das übliche Niveau von ungefähr 315.000 Barrel pro Tag steigern. Von Arbeitern des Ölfelds heißt es nun, der Plan der NOC sei bislang nicht umgesetzt worden. Am Samstag seien 180.000 Barrel pro Tag gefördert worden, am Sonntag mit 183.000 Barrel pro Tag etwas mehr. Teile der Anlage sind im Zuge der Besetzung offenbar beschädigt oder gestohlen worden, sodass der Komplex zunächst gewartet und repariert werden muss. Die Marke von 300.000 Barrel pro Tag wird nach Einschätzung der Ingenieure erst in zwei Wochen geknackt werden können.

 

USA: Weniger Ölbohranlagen aktiv

In der vergangenen Woche ist die Zahl aktiver US-Ölbohranlagen erneut zurückgegangen, wie Baker Hughes berichtet. US-weit seien in der Berichtswoche neun Anlagen deaktiviert worden. Insgesamt sind laut Baker Hughes noch 834 Anlagen in Betrieb. Damit ist die Zahl aktiver US-Ölbohranlagen die dritte Woche infolge zurückgegangen. Seit Jahresbeginn orientiert sie sich kontinuierlich abwärts, hat seit Januar um 51 abgenommen. Zwar besteht ausreichend Spielraum für die Steigerung der schon rekordhohen US-Ölförderung. Doch dass immer weniger Anlagen aktiv sind und das libysche Sharara-Ölfeld nur langsam hochgefahren wird, stützt die Rohölpreise am Morgen maßgeblich. Entsprechend bewegen sich die Referenzsorten oberhalb ihrer Schlusskurse vom Freitag aufwärts. WTI wird bei 56,42 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 66,12 US-Dollar. Die Heizölpreise halten sich bereits seit zweieinhalb Wochen im Bereich ihrer Dreimonatshochs. Orientierungsmarke für die geringfügigen Schwankungen ist die 70-Euro-Schwelle. Lagen die Heizölpreise hierzulande vor dem Wochenende noch deutlich darüber, gaben sie in den vergangenen Tagen um durchschnittlich 60 Cent nach. Heute verharren die Preise auf diesem Niveau. Unverändert kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt aktuell 69,83 Euro.

 

 

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