Morgendliche Aufwärtsbewegung der Rohölpreise

Vierzehn Wochen in Folge sind die US-weiten Rohölvorräte bereits gestiegen. Volle Lager zwingen auch Kanadas Ölproduzenten zu Kürzungen.

 

Spürbar nachgegeben haben die Rohöl-Futures im Laufe des Aprils. Seit Monatsbeginn ist WTI um 15 US-Dollar abgesackt. Der Brent-Preis ist um 13 US-Dollar gefallen. Woche für Woche rückte die Überversorgung des Marktes mehr in den Fokus. Setzten Marktteilnehmer anfangs noch Hoffnung auf die Kürzungspläne der OPEC+, zeigt man sich inzwischen skeptisch. Die International Energy Agency geht von einem massiven Nachfrageeinbruch um etwa 30 Millionen Barrel pro Tag in den Monaten April und Mai aus. Die Kürzungen der OPEC+ im Umfang von 9,7 Millionen Barrel pro Tag haben dem voraussichtlich wenig entgegenzusetzen. Entsprechend gering ist unter Händlern derzeit das Interesse an Öllieferungen. Das zeigte sich in der vergangenen Woche zum Frontmonatswechsel, als das US-Rohöl WTI erstmals ins Minus rutschte. Nach erfolgtem Frontmonatswechsel beruhigte sich die Marktstimmung zunächst. Gleich zu Beginn dieser Handelswoche setzten die Rohöl-Futures allerdings wieder zur Abwärtsbewegung an. Die schwache Nachfrage und begrenzte Lagerkapazitäten belasten die Preise weiterhin.

API meldet 14. Wochenanstieg der US-Rohölvorräte

Die vierzehnte Woche in Folge sind die US-weiten Rohölvorräte gestiegen. Das geht aus den gestern Abend bekannt gewordenen Einschätzungen des American Petroleum Institute (API) hervor. Nach Anstiegen in den dreizehn Vorwochen seien die Rohölbestände in der vergangenen Woche um weitere zehn Millionen Barrel ausgebaut worden. Damit meldet das API erneut einen Bestandszuwachs im zweistelligen Millionenbereich, bleibt allerdings hinter den Prognosen von Analysten zurück. Diese waren von einem Anstieg um elf Millionen Barrel ausgegangen. Für Cushing meldet das API einen Ausbau der Vorräte um 2,5 Millionen Barrel. Zudem seien die US-weiten Vorräte an Destillaten gewachsen. Hatten Analysten im Vorfeld einen Zuwachs um maximal 3,7 Millionen Barrel prognostiziert, geht das API von einem Anstieg um 5,5 Millionen Barrel aus. Eine bullishe Überraschung ist hingegen die Meldung verringerter Benzinvorräte. Analysten hatten ein Wachstum um 2,7 Millionen Barrel erwartet, während das API einen Rückgang um 1,1 Millionen Barrel meldet. Insgesamt fällt der dieswöchige API-Report durchwachsen aus. Er enthält sowohl bullishe als auch bearishe Aspekte. Abzuwarten bleiben nun die Einschätzungen des US-Energieministeriums, die am Nachmittag veröffentlicht werden.

Kanada senkt Ölproduktion wegen Lagersituation

Der Großteil kanadischen Öls findet für gewöhnlich Abnehmer oder Möglichkeiten zur Zwischenlagerung in den USA. Sowohl in Kanada als auch in den USA schwinden derzeit allerdings die Lagerplätze. Kanadische Energieunternehmen wir Husky Energy und Cenovus Energy haben daher bereits ihre Förderaktivität zurückgefahren. Bislang haben beide ihre Förderung um insgesamt etwa 60.000 Barrel pro Tag gedrosselt. Der US-Ölkonzern ConocoPhillips fördert in Kanada 100.000 Barrel pro Tag weniger als noch vor einigen Wochen. Übereinstimmend kündigten die Unternehmen weitere Kürzungen an, sollte die Lagersituation knapp bleiben. Am Morgen ist die Marktstimmung dennoch bullish. Gespannt blickt man auf die Lockerung der Corona-Maßnahmen, insbesondere in den USA. Entsprechend bewegen sich die Rohölpreise leicht aufwärts. WTI wird bei 13,92 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 21,28 US-Dollar. Die Heizölpreise sind weiterhin geprägt von starken Schwankungen. Zwischen Vierjahrestiefs und Jahreshochs geht es auf und ab. Seit Monatsbeginn halten die teils starken Preisschwankungen bereits an. Gestern nahmen die Heizölpreise noch Kurs auf ihre Jahreshochs und kletterten in Richtung 70 Euro. Heute geben sie um durchschnittlich 16 Euro nach und kehren damit zurück in den Bereich ihrer Mehrjahrestiefs. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 51,54 Euro.

 

 

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