Ölpreise tendieren nahe ihrer Vorwochenniveaus aufwärts

Nur wenige Anleger und Analysten sind zwischen den Feiertagen an den Ölbörsen aktiv. Die Preise entwickeln sich entsprechend unbeständig.

 

Zwischen Weihnachten und Jahreswechsel sind die Ölpreise wie erwartet sehr schwankungsanfällig. In einer Bewegungsspanne von vier US-Dollar ging es für sie in dieser Handelswoche auf und ab. Beendeten die Rohölpreise den gestrigen Handelstag noch mit Verlusten von zwei US-Dollar, gleichen sie die Abwärtsbewegung heute aus. So haben sich WTI und Brent etwas von ihren Jahrestiefs entfernt, bleiben allerdings auf recht niedrigem Niveau. Nach unten korrigierte Preisprognosen für 2019, schwache Nachfrageaussichten und das große Produktionspotenzial sorgen für eine anhaltend bearishe Stimmung am Markt. Folglich liegt die Überversorgung weiterhin im Marktfokus.

 

Unerwarteter US-Bestandsausbau vor Jahresende

Ende Dezember wird die Raffinerieaktivität für gewöhnlich angekurbelt, um Bestände zu reduzieren. Marktteilnehmer haben daher auch für die vergangene Woche einen saisontypischen Bestandsabbau prognostiziert. Laut American Petroleum Institute (API) waren zuletzt jedoch lediglich bei den Destillaten Abbauten zu verzeichnen, während die US-weiten Bestände an Rohöl und Benzin ausgebaut wurden. Dem API zufolge sind die Vorräte an Destillaten um 600.000 Barrel zurückgegangen und damit deutlicher als im Vorfeld angenommen. Diese Meldung ist der einzig bullishe Aspekt des Bestandsreports.

Der US-Rohölvorrat ist laut API um 6,9 Millionen Barrel gestiegen. Diese Einschätzung überrascht, da Analysten zuvor einen Bestandsrückgang um 2,6 Millionen Barrel prognostiziert hatten. Auch die US-Benzinbestände haben in der Berichtswoche unerwartet deutlich zugelegt. Waren Experten von einem maximalen Wachstum um 100.000 Barrel ausgegangen, wurden die Benzinvorräte laut API um 3,7 Millionen Barrel ausgebaut. Marktteilnehmer warten nun auf den Vergleichsbericht des US-Energieministeriums. Sollte hier ein vergleichbarer Ausbau der US-Ölvorräte verzeichnet worden sein, könnte dies das Abwärtspotenzial am Markt verstärken. Feiertagsbedingt ist die Handelsaktivität am Ölmarkt gering, sodass bereits kleine Orders einen großen Einfluss auf die Preisbildung haben können. Angesichts der Marktvolatilität ist die künftige Preisentwicklung schwer einzuschätzen. Am Morgen bewegen sich die Rohölpreise oberhalb ihrer gestrigen Schlusskurse aufwärts. WTI wird bei 45,78 US-Dollar gehandelt, während ein Barrel der Nordseesorte Brent 53,31 US-Dollar kostet. Mit der Veröffentlichung des nächsten US-Bestandsreports wird sich am Nachmittag entscheiden, mit welcher Tendenz die Ölpreise ins Wochenende gehen werden. Über die Weihnachtsfeiertage hinweg hatten sich die Heizölpreise hierzulande kaum verändert. Sie tendierten auf ihrem Achtmonatstief seitwärts. Heute geben sie deutschlandweit um durchschnittlich 70 Cent nach. Damit rutschen sie zum ersten Mal seit Anfang April unter die 65-Euro-Schwelle und erreichen ein neues Mehrmonatstief. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 64,63 Euro.

 

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