Ölpreise tendieren vor dem Wochenende seitwärts

Zum Wochenende nähern sich die Ölpreise ihren Vorwochenniveaus an. Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran sowie vorgezogene Kürzungspläne stützen.

 

Der Rückblick auf diese Handelswoche zeigt eine Talfahrt der Rohölpreise. Das US-Rohöl WTI wurde am Montag zeitweise im Minusbereich gehandelt. Die Kombination aus bevorstehendem Frontmonatswechsel und schwindenden Lagerkapazitäten hatte das Referenzöl auf bis zu minus 40 US-Dollar abrutschen lassen. Brent gab mit einem Tag Verzögerung nach und erreichte am Dienstag sein 21-Jahrestief. In den darauffolgenden Tagen entspannte sich die Stimmung an den Terminbörsen etwas. Seit Dienstag werden Kontrakte mit einer Lieferung bis Ende Juni gehandelt. Ob sich die Nachfrage- und Lagerschwierigkeiten bis dahin lösen lassen, bleibt abzuwarten. Doch auf die Rohölpreise wirkt die gewonnene Zeit stützend. WTI stabilisierte sich zuletzt deutlich oberhalb der 10 US-Dollar und ist zurück auf seinem Vorwochenniveau. Brent liegt inzwischen wieder über der 20-US-Dollar-Marke, wenn auch einige US-Dollar unterhalb seines Vorwochenniveaus. Neben dem Frontmonatswechsel verschafft die Zuspitzung des Konflikts zwischen den USA und dem Iran den Rohölpreisen Aufwind.

USA und Iran mit gegenseitigen Drohungen

Nach einem Zwischenfall im Persischen Golf hat US-Präsident Donald Trump den Beschuss iranischer Patrouillenboote angeordnet, sollten sich diese US-Schiffen nähern. Der Iran droht nun, Angriffe zu erwidern. Auslöser der gegenseitigen Drohungen ist ein Ereignis aus der Vorwoche. Nach Angaben der US-Marine hatten sich im Persischen Golf elf Boote der iranischen Revolutionsgarden „gefährlich“ und „provozierend“ US-Kriegsschiffen genähert. Der Iran hingegen betont, die USA hätten iranische Manöver gestört. Am Mittwoch nutzte US-Präsident Donald Trump den Kurznachrichtendienst Twitter für eine Drohung. Er habe die US-Marine angewiesen, jedes iranische Kanonenboot abzuschießen und zu zerstören, das US-Schiffe bedränge. Der Sprecher des iranischen Außenamts verurteilte die Aussagen Trumps und erklärte, der Iran werde jeden US-Angriff erwidern. Hussein Salami, Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden, kündigte zudem eine entschlossene Reaktion an. Auf US-Angriffe werde man „effizient und schnell“ reagieren. Seit Aufkündigung des Atomabkommens durch die USA im Jahr 2018 haben sich die Spannungen mit dem Iran intensiviert. Anfang 2020 erreichte der Konflikt eine neue Eskalationsstufe, nachdem die USA den iranischen Kommandeur Hassan Soleimani bei einem Luftangriff getötet hatten.

OPEC-Mitglied Kuwait zieht Kürzungen vor

Ab dem 1. Mai werden die Ölproduzenten der OPEC+ ihren Output für zwei Monate drosseln. Geplant sind Kürzungen um 9,7 Millionen Barrel pro Tag. Als erstes OPEC-Mitglied hat Kuwait nun angekündigt, seine Produktionskürzungen vorzuziehen. Ölminister Khaled Al-Fadehl erklärte, man habe bereits mit der Anpassung der Ölproduktion begonnen. Al-Fadehl zufolge spürt Kuwait die Verantwortung, auf die Marktsituation zu reagieren und handelt daher selbst. Auch Aserbaidschan kündigte an, seinen Output umgehend drosseln zu wollen.

Die vorgezogenen Produktionskürzungen und Spannungen zwischen den USA und dem Iran stützen die Rohölpreise vor dem Wochenende. WTI wird bei 16,86 US-Dollar gehandelt, während ein Barrel der Nordseesorte Brent 21,90 US-Dollar kostet. Beide Referenzsorten bewegen sich damit nahe ihrer 18-Jahrestiefs stabil seitwärts. Aus dem Bereich ihrer Jahreshochs sind die Heizölpreise gestern auf neue Mehrjahrestiefs gefallen. Um durchschnittlich 19 Euro haben sie hierzulande nachgegeben. Heute legen die Preise wieder etwas zu. Im Vergleich zum Vortag klettern sie um durchschnittlich drei Euro. Damit verbleiben die Heizölpreise auf dem Niveau ihrer Mehrjahrestiefs. Im Deutschlanddurchschnitt kosten 100 Liter Heizöl 51,72 Euro.

 

 

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