Ölpreise zum Wochenende auf neuen Mehrmonatshochs

Der Handelsstreit zwischen den USA und China ist weiterhin preisbestimmender Faktor am Ölmarkt. Inzwischen ist eine neue Frist im Gespräch.

 

Nach einem verhaltenen Wochenstart begann für die Rohölpreise ein Aufwärtstrend. Die bullishe Stimmung hält auch heute an, sodass die Referenzsorten mit Gewinnen von mehreren US-Dollar ins Wochenende gehen werden. WTI hat im Wochenverlauf um zwei US-Dollar zugelegt, während der Brent-Preis um drei US-Dollar gestiegen ist. Dass die Versorgungslage knapper wird und sich eine Entspannung in der Weltwirtschaft abzeichnet, interpretieren Marktteilnehmer bullish. Das verringerte Angebot wirkt sich insbesondere auf den europäischen Markt aus. Die US-Ölförderung befindet sich weiterhin auf Rekordniveau und die nationalen Öllager sind gut gefüllt. Für die US-Rohölsorte WTI besteht daher weitaus weniger Aufwärtspotenzial. Etwaige internationale Ausfälle werden von der eigenen US-Produktion aufgefangen.

 

USA erwägen 1. Mai als neue Frist im Handelsstreit

Seit gestern verhandeln die Delegationen von USA und China auf Ministerebene. Die Pekinger Gespräche werden heute enden. Gespannt erwarten Anleger und Analysten an Finanz- und Rohstoffmärkten deren Ausgang. Bislang standen die Zeichen auf Annäherung, so ist von einem guten Verlauf die Rede und auch US-Präsident Donald Trump äußerte sich zuversichtlich. Dass noch vor der am 1. März auslaufenden Deadline eine Einigung erzielt werden kann, gilt dennoch als unwahrscheinlich. Vielmehr ranken sich Spekulationen um die von Trump angedeutete Fristverschiebung. Medienberichten zufolge erwägen die USA eine Aufschiebung der Deadline um 60 Tage. Neue Frist für einen Deal wäre dann der 1. Mai.

 

OPEC mit ehrgeizigen Kürzungsplänen

Im Dezember hatte sich die OPEC mit anderen Ölproduzenten wie Russland auf Produktionskürzungen geeignet. Geplant war, den Gesamtoutput im ersten Halbjahr 2019 um 1,2 Millionen Barrel pro Tag zu senken. Diese Zielmarke könnte deutlich übertroffen werden, sollte die OPEC ihre jüngst angekündigten Kürzungspläne umsetzen. Im Januar haben die Kartellmitglieder ihre Förderung um 800.000 bis 900.000 Barrel pro Tag zurückgefahren. Saudi-Arabien plant für März, zusätzliche 500.000 Barrel pro Tag vom Markt zu nehmen. Russland hat seine Tagesproduktion nach eigenen Angaben ebenfalls stärker gedrosselt als erwartet. Hinzu kommen ungeplante und schwer kalkulierbare Förderausfälle in Libyen, Venezuela und dem Iran. Analysten schätzen, dass die OPEC unter Berücksichtigung all dieser Faktoren derzeit insgesamt 1,7 Millionen Barrel pro Tag weniger produziert.

Die Nachrichtenlage ist überwiegend bullish, doch nicht uneingeschränkt. Denn aus Nicht-OPEC-Staaten wie den USA ist in den nächsten Jahren mit mehr Öl zu rechnen. Das US-Energieministerium geht davon aus, dass die US-Ölförderung bis 2020 von aktuell 11,9 auf ein neues Rekordhoch von 13,2 Millionen Barrel pro Tag steigen wird. Hinzu kommt, dass sich die US-Rohölvorräte auf dem höchsten Niveau seit November 2017 befinden. Vor dem Hintergrund der weltweit unterschiedlichen Versorgungslage gerät die Nachfrageentwicklung immer mehr in den Marktfokus. Insbesondere der Ausgang des US-chinesischen Handelsstreits wird die Trends am Ölmarkt bestimmen. Am Morgen tendieren die Rohölpreise aufwärts. WTI wird bei 54,48 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet mit 64,74 US-Dollar so viel wie seit drei Monaten nicht mehr. Die Heizölpreise brachen gestern aus ihrem viereinhalbwöchigen Seitwärtstrend aus. Sie knackten zum ersten Mal seit Mitte Dezember 2018 die 69-Euro-Marke. Heute legen die Preise weiter zu und klettern auf neue Zweimonatshochs. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 69,63 Euro.

 

 

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