Offene OPEC-Verhandlung hält Ölpreise im Abwärtstrend

Richtungsweisende Treffen stehen in den nächsten Tagen an. Bis zuletzt sind Beteiligte, Dauer und Umfang möglicher OPEC-Produktionskürzungen unklar.

 

Die bullishe Ausgangslage vom Wochenbeginn ist verflogen. Bevorstehende Produktionskürzungen Kanadas und möglicherweise einiger Staaten des OPEC-Verbunds sind in den Hintergrund gerückt. Am Tag des richtungsweisenden OPEC-Treffens stehen vielmehr bearishe Impulse im Fokus, die das Aufwärtspotenzial der Rohölpreise begrenzen. So wirken zum einen die jüngsten Bestandsdaten des American Petroleum Institute (API) nach. Das API hat am Dienstag gemeldet, der US-Rohölvorrat sei die elfte Woche in Folge gewachsen. Damit verstärkte das Institut die Sorge vor einem Überangebot. Zum anderen hält US-Präsident Donald Trump den Druck gegenüber China aufrecht und das nur wenige Tage nach der Einigung auf eine 90-tägige Pause des Handelsstreits. Trump betonte, es müsse innerhalb der gesetzten Frist zu einem „echten Deal“ kommen. Ansonsten würden die Strafzölle angehoben. Von der Euphorie des G20-Gipfels ist am Markt daher immer weniger zu spüren.

 

OPEC hält sich vor Treffen bedeckt

Heute beginnt in Wien die produktionspolitische Abstimmung zwischen OPEC-Mitgliedsstaaten und externen, kooperierenden Ölproduzenten. Zunächst tagt heute die OPEC-Konferenz, an der ausschließlich Kartellmitglieder teilnehmen. Morgen trifft sich dann der erweiterte Produzentenkreis, unter anderem Russland und der Oman werden dazu stoßen. Während Anleger und Analysten fest mit dem Beschluss gemeinsamer Produktionskürzungen rechnen, hält sich die OPEC bedeckt. Kürzungsmaßnahmen gelten grundsätzlich als unvermeidlich. Diesbezüglich herrsche Einigkeit, so der Ölminister des Oman. Offen bleibt allerdings, wer sich tatsächlich beteiligen wird. Auch Umfang und Dauer möglicher Kürzungen sind bislang ungeklärt. Medienberichten zufolge ist die Drosselung des Outputs um bis zu 1,4 Millionen Barrel pro Tag für einen Zeitraum von sechs Monaten im Gespräch.

 

Russland bietet geringe Produktionskürzung an

Im Vorfeld der anstehenden Wiener Treffen haben sich die Ölproduzenten bereits in kleinerem Kreis beraten. So hat es auch zwischen Russland und Saudi-Arabien bilaterale Gespräche gegeben, aus denen nun erste Details bekannt geworden sind. Saudi-Arabien soll eine Produktionskürzung um 250.000 bis 300.000 Barrel pro Tag gefordert haben. Russland soll hingegen angeboten haben, seinen Output um 150.000 Barrel pro Tag zurückzufahren. Hinsichtlich der gemeinsamen Produktionsstrategie für das nächste Jahr herrscht also bis zuletzt Unstimmigkeit. Die Kürzungen könnten entsprechend geringer ausfallen als erwartet. Insbesondere, da sich Saudi-Arabien nur mit moderaten Maßnahmen den Schutz der US-Regierung im Fall Khashoggi sichern können wird. Die USA hatten sich verteidigend vor das Königshaus gestellt und sich für die Senkung der Ölpreise dankbar gezeigt. Dass der OPEC-Beschluss hinter den Erwartungen zurückbleiben könnte, belastet die Rohölpreise am Morgen. WTI wird bei 52,88 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 61,55 US-Dollar. Beide Referenzsorten bewegen sich damit unterhalb ihrer gestrigen Schlusskurse abwärts. Die Heizölpreise unterbrechen heute ihren Aufwärtstrend der vergangenen Tage. Seit Monatsbeginn waren sie hierzulande um mehr als vier Euro gestiegen. Im Vergleich zum Vortag sind sie nun um fast einen Euro gesunken. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 73,30 Euro. Die deutschlandweiten Regenfälle haben Preisnachlässe begünstigt, da sie die Pegelstände des Rheins haben steigen lassen und umfangreichere Frachten ermöglichen.

 

 

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