OPEC-Kürzung führt Rohölpreise in Aufwärtstrend

Ab Januar werden die OPEC und externe Ölproduzenten ihre Produktion kürzen. Das Überangebot bleibt aber voraussichtlich bestehen und wird nur verringert.

 

Spekulationen, Gerüchte und Meldungen über die künftige Produktionsstrategie der OPEC bestimmen bereits seit einigen Wochen die Preisbildung am Ölmarkt. Seit Freitag haben Marktteilnehmer Gewissheit. Die OPEC und einzelne externe Ölproduzenten werden ihren Output ab Januar für sechs Monate um insgesamt 1,2 Millionen Barrel pro Tag drosseln. Nach Bekanntwerden des Beschlusses zogen die Rohölpreise vor dem Wochenende an. Heute behalten sie ihre Aufwärtstendenz bei. Allein in den ersten Handelsstunden sind sie um 40 bis 70 Cent gestiegen. Am Markt scheint man zuversichtlich, dass Kürzungen in diesem Umfang das Überangebot werden verringern können. Auch die Teilnehmer der OPEC-Konferenz zeigen sich mit dem Ergebnis zufrieden.

 

Beschluss „starkes Signal“ der OPEC

Noch vor wenigen Tagen war unklar, ob sich die Ölproduzenten auf eine gemeinsame Produktionsstrategie würden einigen können. Über Umfang, Dauer und Beteiligte möglicher Kürzungen war bis zuletzt nichts bekannt. Entsprechend groß war die Skepsis am Markt. Angesichts der vorherigen Zweifel ist die Einigung laut Russlands Energieminister Alexander Nowak ein „sehr starkes Signal“. Die Marktsituation sei herausfordernd, doch die Kürzung werde das Gleichgewicht wieder herstellen. Nowak betonte, so könne man die Krise im Markt überwinden. Sein saudi-arabischer Kollege Khalid al-Falih begründete die Kürzungen mit der weltweit steigenden Förderung. Da die USA ihre Öl- und Gasproduktion stetig ausbauten, werde eine Moderation des Marktes immer notwendiger. Aus den USA selbst kamen im Vorfeld des Treffens kritische Stimmen zu Kürzungen. US-Präsident Donald Trump forderte die OPEC zur Beibehaltung ihres Produktionsniveaus auf.

 

Saudi-Arabien und Russland übernehmen Großteil

Als größte beteiligte Ölproduzenten werden Saudi-Arabien und Russland mehr als die Hälfte der Kürzungen von 1,2 Millionen Barrel pro Tag leisten. Die OPEC-Mitgliedsstaaten haben sich zu einer Drosselung um insgesamt 800.000 Barrel pro Tag bereiterklärt. Ausgenommen hiervon sind der Iran, Venezuela und Libyen. Daher wird allein Saudi-Arabien seinen Output um ungefähr 430.000 Barrel pro Tag drosseln. Zehn Nicht-OPEC-Staaten werden ihre Produktion indes um insgesamt 400.000 Barrel pro Tag kürzen, wovon 230.000 Barrel pro Tag auf Russland entfallen. Russlands Energieminister Nowak erklärte allerdings, die Umsetzung der Kürzungen werde aus technischen Gründen mehrere Monate dauern. Mit einer unmittelbaren Wirkung des OPEC-Beschlusses auf die Ölverfügbarkeit ist somit nicht zu rechnen. Das schränkt die bullishe Impulskraft der Kürzungen ein und verhindert eine deutliche Preisrallye. Am Morgen bewegen sich die Rohölpreise auf Einwochenhochs leicht aufwärts. WTI wird bei 52,53 US-Dollar gehandelt, während ein Barrel der Nordseesorte Brent 62,06 US-Dollar kostet. Am Wochenende haben die Heizölpreise ihren mehrtägigen Abwärtstrend beendet. Waren sie zuletzt um mehr als zwei Euro gesunken, haben sie nun wieder einen Euro zugelegt. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt wie in den vergangenen Tagen 72,39 Euro.

 

 

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