OPEC-Kürzungen begrenzen Abwärtspotenzial der Ölpreise

Die Erwartungen an die Kürzungen der OPEC sind stetig gesunken. Umso mehr überrascht, dass die Ölproduzenten den Output schon im Vorjahr gedrosselt haben.

 

Der erste Handelstag im Jahr 2019 begann für die Rohölpreise mit einer morgendlichen Abwärtsbewegung. Um ungefähr einen US-Dollar gingen sie nach Handelsstart zurück. Grund dafür war die auch nach dem Jahreswechsel vorherrschende bearishe Impulslage. Am Markt erwartet man, dass sich 2019 ein Überangebot etablieren wird. Darauf deutet zum einen das steigende Wachstumspotenzial der US-Ölförderung hin. Zum anderen hält sich die Skepsis an den Kürzungsmaßnahmen der OPEC hartnäckig. Die verzögerte Umsetzung in Russland und die Spekulationen über Sondermeetings verdeutlichen, dass sich der Effekt der beschlossenen Kürzungen zunächst in Grenzen halten könnte. Doch eine Erhebung des Nachrichtensenders Bloomberg zeigt nun, dass sich die OPEC-Mitgliedsstaaten bereits vor dem Jahreswechsel um die Drosselung ihres Outputs bemüht haben.

 

OPEC mit Kürzungen vor Jahreswechsel

Die Gesamtproduktion der OPEC ist im Dezember 2018 so stark zurückgegangen wie seit fast zwei Jahren nicht mehr. Das meldet Bloomberg unter Berufung auf eine Expertenumfrage und Schiffsdaten. Demnach haben die Kartellmitglieder ihre Produktion im Dezember um 530.000 Barrel pro Tag zurückgefahren, sodass der Tagesoutput der OPEC bei 32,6 Millionen Barrel pro Tag lag. Ein vergleichbarer Produktionsrückgang war zuletzt im Januar 2017 zu verzeichnen, nachdem das Kartell schon einmal Kürzungsmaßnahmen beschlossen hatte. Bloomberg zufolge ist die jüngste Outputdrosselung vor allem auf ein Kartellmitglied zurückzuführen. Saudi-Arabien habe im Dezember täglich 420.000 Barrel weniger auf den Markt gebracht, seinen Tagesoutput also auf 10,65 Millionen Barrel gesenkt. Damit ist das Kürzungspotenzial allerdings noch nicht ausgereizt, wenn es nach dem saudi-arabischen Ölminister Khalid Al-Falih geht. Al-Falih zufolge wird der OPEC-Mitgliedsstaat seine Produktion im Januar auf 10,2 Millionen Barrel pro Tag reduzieren.

Die Produktionsauswertung von Bloomberg zeigt, dass sich die OPEC für eine zügige Umsetzung ihrer Kürzungen einsetzt. Sollten die Maßnahmen schneller implementiert werden als angenommen, könnte das die Ölpreise in nächster Zeit maßgeblich stützen. Heute begrenzt die Meldung lediglich das Abwärtspotenzial am Markt. WTI wird am Morgen bei 45,66 US-Dollar gehandelt, während ein Barrel der Nordseesorte Brent 54,34 US-Dollar kostet. Beide Referenzsorten gehen unterhalb ihrer gestrigen Schlusskurse in den Handelstag. Einen Monat lang haben sich die Heizölpreise kontinuierlich abwärts bewegt. In das neue Jahr starteten sie auf dem niedrigsten Niveau seit neun Monaten. Heute legen die Preise zum ersten Mal seit Anfang Dezember 2018 wieder etwas zu. Im Vergleich zum Vortag sind sie um fast einen Euro gestiegen, sodass 100 Liter Heizöl in Deutschland aktuell durchschnittlich 63,99 Euro kosten.

 

Die mobene Unternehmensgruppe