OPEC löst Aufwärtstendenz der Rohölpreise aus

Mit dem Beschluss moderater Produktionskürzungen konnte die OPEC die Sorge vor einem Überangebot nicht vertreiben. Eine Strategieanpassung könnte folgen.

 

Die vergangene Handelswoche war die verlustreichste seit Januar 2016. Denn fast drei Jahre ist es her, dass die Rohölpreise zuletzt innerhalb weniger Tage Verluste von ungefähr elf Prozent eingefahren haben. Auslöser des aktuellen Preisrutsches ist die zunehmende Sorge vor den Auswirkungen eines Überangebots. Weltweit steigen die Bestände, große Ölproduzenten bauen ihre Produktion bis zum Jahresende aus und für Januar wird ein Einbruch der Nachfrage erwartet. Das Zusammenspiel dieser Faktoren begründet die derzeit bearishe Stimmung am Ölmarkt. WTI gab in der vergangenen Woche entsprechend um vier US-Dollar nach, während Brent um sechs US-Dollar zurückging. Damit haben die Referenzsorten neue Preistiefs erreicht. WTI war seit eineinhalb Jahren nicht mehr so günstig und der Brentpreis befindet sich auf seinem 15-Monatstief. Die OPEC-Einigung auf Produktionskürzungen hatte bislang keine bedeutende preisstabilisierende Wirkung. Zu groß ist die Skepsis angesichts Dauer und Umfang der angekündigten Maßnahmen. Nun greifen die OPEC-Mitgliedsstaaten ein und betonen ihre Anpassungsbereitschaft.

 

OPEC erwägt Ausweitung der Kürzungen

Die Umsetzung der Anfang Dezember verabschiedeten Produktionskürzungen hat noch nicht begonnen und schon erwägt die OPEC eine Anpassung der Maßnahmen. Laut bestehender Vereinbarung werden die Kartellmitglieder und externe Ölproduzenten ihren Output ab Januar gemeinsam um 1,2 Millionen Barrel pro Tag zurückfahren. Die Produktionsstrategie gilt für sechs Monate. Aus Saudi-Arabien hieß es vor Kurzem, man erwarte die Ausweitung der Kürzungen. Der saudi-arabische Energieminister Khalid Al-Falih betonte, er sei sicher, dass die Verlängerung im Rahmen des nächsten OPEC-Treffens im April beschlossen werde. Die Ölproduzenten bräuchten mehr Zeit, um den gewünschten Effekt zu erzielen.

Unterstützung erhält Al-Falih jetzt von anderen OPEC-Mitgliedsstaaten. Auch der Irak, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate halten Diskussionen über eine Anpassung der Kürzungen für wahrscheinlich. Zwar betonte Suhail Al-Mazrouei, Ölminister der Vereinigten Arabischen Emirate, die Kürzungen würden im ersten Halbjahr 2019 Bestandsaufbauten verhindern. Doch zusätzliche Kürzungen könne man diskutieren. Al-Mazrouei zufolge wird die OPEC bei Bedarf sowohl die Verlängerung der Maßnahmen als auch die Anpassung des Kürzungsumfangs in Erwägung ziehen. Die Kartellmitglieder scheinen Marktteilnehmern die Skepsis nehmen zu wollen, indem sie ihre Wachsamkeit und Reaktionsbereitschaft betonen. Am Morgen tendieren die Rohölpreise daher etwas aufwärts, liegen allerdings weiterhin im Bereich ihrer Jahrestiefs. WTI wird bei 45,50 US-Dollar gehandelt, während ein Barrel der Nordseesorte Brent 53,82 US-Dollar kostet. Die Heizölpreise sind im Dezember bislang um fast sechs Euro gesunken. Steigende Rheinpegel und rückläufige Rohölpreise haben den Abwärtstrend begünstigt. Über das Wochenende hinweg sind die Brennstoffpreise hierzulande auf ein neues Mehrmonatstief gefallen. Mit 65,12 Euro kosten 100 Liter Heizöl aktuell so wenig wie seit Mitte April nicht mehr.

 

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