Rallye der Rohölpreise vor dem Wochenende

Die Woche endet mit bullishen Impulsen: Im US-chinesischen Handelsstreit stehen die Zeichen auf Entspannung und die OPEC senkt ihren Output.

 

Wie bereits an den vergangenen Tagen war der Bewegungsspielraum am Ölmarkt gestern begrenzt. WTI gab bis Handelsschluss um zehn Cent nach, während Brent um zehn Cent zulegte. Leicht bearishe Bestandsberichte des American Petroleum Institute und des US-Energieministeriums verhinderten deutliche Sprünge. Zudem belastete die Möglichkeit weiterer US-Ausnahmen bei den Iransanktionen die Preise. Waren gestern aufgrund bearisher Nachrichtenlage keine großen Veränderungen zu beobachten, machen die Rohölpreise heute Morgen einen signifikanten Satz nach oben. Ihre Rallye führt sie in den ersten Handelsstunden auf Sechswochenhochs. Auslöser sind OPEC-Produktionskürzungen und Fortschritte im US-chinesischen Handelsstreit.

 

Output der OPEC stark gesunken

Die OPEC-Mitgliedsstaaten haben ihre Produktion im Dezember 2018 stark zurückgefahren. Laut gestern veröffentlichtem OPEC-Monatsbericht ist der Output im vergangenen Monat um 751.000 Barrel pro Tag gefallen. Zurückzuführen ist der Produktionseinbruch vor allem auf Förderprobleme in Libyen und gezielte Kürzungen Saudi-Arabiens. Insgesamt hat das Kartell laut Monatsbericht 31,58 Millionen Barrel pro Dezembertag produziert. Gleich zu Jahresbeginn hatte der Nachrichtensender Bloomberg bereits von umfangreichen und frühzeitigen Kürzungsmaßnahmen der OPEC berichtet. Mit Verweis auf eine Expertenumfrage und Schiffsdaten hieß es, der OPEC-Output sei im Dezember um 530.000 Barrel pro Tag gesunken. Dass die vorzeitige Drosselung noch deutlicher ausgefallen ist, nimmt Marktteilnehmern heute zunächst die Sorge vor einem Überangebot. Doch selbst bei aktuellem Förderniveau prognostiziert die OPEC in ihrem Monatsbericht einen Angebotsüberschuss von 910.000 Barrel pro Tag für das Jahr 2019. Demnach ist nur mit einer vorübergehenden Verknappung des Ölangebots zu rechnen, während der langfristige Ausblick bearish ist.

 

USA erwägen Lockerung chinesischer Importzölle

Im Handelsstreit mit China erwägen die USA offenbar eine Strategieänderung. Nach Berichten des Wall Street Journal sind die USA bereit, einige oder alle Strafzölle auf chinesische Importe aufzuheben. So wolle man China zu einem Kompromiss bewegen und die Verhandlungen voranbringen. US-Finanzminister Steve Mnuchin hat die Zollanpassung laut Wall Street Journal ins Gespräch gebracht. Kurz nach dem Jahreswechsel war eine US-Delegation für Verhandlungen nach China gereist. Die Gespräche endeten ohne konkretes Ergebnis, aber mit weiterer Verhandlungsbereitschaft. Am Markt sorgen die OPEC-Produktionskürzungen und die Hoffnung auf Entspannung im US-chinesischen Handelsstreit für eine Preisrallye. Beide Referenzsorten sind auf neue Mehrwochenhochs gestiegen. WTI wird am Morgen bei 52,67 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 61,83 US-Dollar. Während die Rohölpreise vor dem Wochenende über Aufwärtspotenzial verfügen, besteht bei den Heizölpreisen wenig Bewegungsspielraum. Sie haben sich im Vergleich zum Vortag erneut kaum verändert. Hierzulande sind sie um durchschnittlich 50 Cent gesunken. Weiterhin tendieren sie damit etwas unterhalb ihrer Vierwochenhochs seitwärts. Im Deutschlanddurchschnitt kosten 100 Liter Heizöl aktuell 66,85 Euro.

 

 

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