Roh- und Heizölpreise am Morgen im Seitwärtstrend

Der Streit um Hilfsgüter an der Grenze zwischen Venezuela und Kolumbien ist eskaliert. Heute berät sich Guaidó mit Ministern aus USA und Lateinamerika.

 

Gewinne von ungefähr einem US-Dollar haben die Rohölpreise in der vergangenen Handelswoche eingefahren. Wurden sie von den Entwicklungen im US-chinesischen Handelsstreit und in Venezuela gestützt, dämpften die US-Bestandsberichte das Aufwärtspotenzial. Das US-amerikanische Department of Energy (DOE) hatte nicht nur gemeldet, die landesweiten Vorräte an Rohöl seien stärker gestiegen als erwartet und hätten den höchsten Stand seit mehr als einem Jahr erreicht. Laut DOE hat zudem die US-Ölförderung einen neuen Allzeitrekord aufgestellt. Die Förderaktivität liege nun bei zwölf Millionen Barrel pro Tag. In den Montagmorgen starten die Rohölpreise im Bereich ihrer Schlusskurse vom Freitag. Angesichts bullisher Meldungen aus den USA und Venezuela besteht Aufwärtspotenzial.

 

USA und China vor Einigung im Handelsstreit

Am Freitag ging eine weitere Verhandlungsrunde im US-chinesischen Handelsstreit zu Ende. Hatten die Parteien erst in der Vorwoche in Peking verhandelt, kamen sie jüngst in Washington zusammen. Beide Seiten bestätigten den guten Verlauf der Gespräche, die in einem Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Vize-Ministerpräsident Liu He gipfelte. Vor wenigen Stunden gab Trump über Twitter bekannt, die für Anfang März geplante Erhöhung der Strafzölle auf chinesische Importe auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Die bilateralen Verhandlungen hätten zu bedeutenden Fortschritten geführt und er rechne mit weiteren. Zudem kündigte Trump ein Treffen mit Chinas Staatschef Xi Jinping an, das sich derzeit in Planung befinde. Ort des Treffens werde Mar-a-Lago, Trumps Anwesen in Florida sein. Wann es stattfinden wird, ließ Trump offen. Es ist davon auszugehen, dass im Rahmen des Termins zwischen Trump und Xi eine Handelsvereinbarung unterzeichnet wird, die den Handelsstreit beilegt. So hatte Trump vor einigen Wochen verlauten lassen, ein Deal werde ausschließlich direkt zwischen ihm und seinem chinesischen Amtskollegen zustande kommen.

 

Angespannte Lage in Venezuela

Nach den Ausschreitungen am Wochenende ist die Lage in Venezuela weiterhin angespannt. Am Samstag eskalierte der Streit um ausländische Hilfsgüter an der kolumbianischen Grenze. In der Grenzstadt Cúcuta waren Medikamente und Lebensmittel gelagert worden, deren Import Präsident Nicolás Maduro schließlich mit militärischer Grenzsicherung verhinderte. Der selbsternannte Interimspräsident Juan Guaidó scheiterte bei dem Versuch, die Hilfsgüter nach Venezuela zu bringen. Der Grenzkonflikt endete im Chaos, mit Toten und Verletzten. Am heutigen Montag wird Guaidó in Kolumbiens Hauptstadt Bogotá mit US-Vizepräsident Mike Pence und lateinamerikanischen Außenministern der Lima-Gruppe zu Beratungen zusammenkommen. Die Fortschritte im Handelsstreit, die unsichere Lage in Venezuela sowie die leicht gesunkene Zahl aktiver US-Ölbohranlagen stützen die Rohölpreise am Morgen. Zeigen sich Marktteilnehmer zunächst verhalten, könnten die Meldungen im Laufe des Tages eine Aufwärtsbewegung auslösen. WTI wird derzeit bei 57,13 US-Dollar gehandelt, während ein Barrel der Nordseesorte Brent 66,91 US-Dollar kostet. Auf dem höchsten Niveau seit mehr als zwei Monaten starteten die Heizölpreise in die vergangene Woche. An den Folgetagen konnten sie diesen Mehrmonatsrekord nicht halten und gaben etwas nach. Seit dem Wochenende bewegen sich die Preise stabil einen Euro unterhalb ihres Zweimonatshochs. Unverändert kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt aktuell 70,15 Euro.

 

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