Roh- und Heizölpreise beenden Woche im Aufwärtstrend

Ihr dreiwöchiger Aufwärtstrend hat die Rohölpreise in den Bullenmarkt geführt. Analysten sehen viele Gründe für die Preisrallye, aber auch Risikofaktoren.

 

Seit Jahresbeginn befinden sich die Rohölpreise ununterbrochen im Aufwärtstrend. Für die US-amerikanische Rohölsorte WTI ist es sogar die längste Preisrallye seit neun Jahren. Im Zuge dessen ist der WTI-Preis zuletzt um sechs US-Dollar gestiegen, während Brent im selben Zeitraum um sieben US-Dollar zugelegt hat. Insbesondere die voranschreitenden Handelsgespräche zwischen den USA und China sowie die Produktionskürzungen der OPEC haben die Preise gestützt. Die Sorge vor einer Überversorgung scheint indes eingedämmt. Analysten schätzen die preisliche Aufwärtskorrektur am Ölmarkt daher als wenig überraschend und berechtigt ein.

 

Bullenmarkt nach Aufwärtskorrektur

Um mehr als zwanzig Prozent sind die Rohölpreise seit den Weihnachtsfeiertagen 2018 gestiegen. Der Bärenmarkt aus dem Herbst hat sich so zu einem Bullenmarkt entwickelt. In Analystenkreisen hält man die Aufwärtskorrektur für gerechtfertigt. Die Experten der Commerzbank bezeichnen sie als gesunde Bewegung. Die aktuellen Preisniveaus entsprächen der fundamentalen Datenlage, heißt es in einer Mitteilung. Aufgrund der Kürzungsbemühungen Saudi-Arabiens ist man hier vom Abbau des Überangebots überzeugt. Bei der Commerzbank habe man eine Aufwärtsbewegung erwartet, da der Pessimismus der Marktteilnehmer Ende 2018 übertrieben gewesen sei. Anhalten werde die Preisrallye allerdings nur, solange die OPEC entschlossen eingreife.

Auch bei der Bankengruppe Julius Baer schätzt man den Markt als ausbalanciert ein. Angebot und Nachfrage befänden sich im allgemeinen Gleichgewicht. Die Analysten des Informationsdienstleisters Energy Aspects teilen diese Auffassung. Zwar bleibe die Nachfrage größte Unbekannte und Risikofaktor, doch in naher Zukunft sei die Entstehung eines Überangebots unwahrscheinlich. Im Jahresverlauf werde die internationale Ölnachfrage richtungsweisender Impulsgeber sein und Schwankungen nach oben wie unten auslösen.

 

Norwegen senkt Produktionserwartung

Das norwegische Öldirektorat hat seine Produktionsprognose für 2019 nach unten korrigiert. In seinem aktuellen Bericht schätzt das Öldirektorat die voraussichtliche Öl- und Gasproduktion Norwegens auf 222,3 Millionen Kubikmeter. Die vorherige Prognose wurde damit um mehr als sechs Millionen Kubikmeter gesenkt. Im Vergleich zum Vorjahr wird laut norwegischem Öldirektorat sowohl die Gas- als auch die Rohölförderung zurückgehen. Zurückzuführen sei dieser Trend auf die überraschend geringe Bohraktivität und die immer komplexer werdende Umsetzung von Produktionsprojekten. Am Markt hält heute die bullishe Stimmung der Vortage an. Die Rohölpreise tendieren am Morgen aufwärts. WTI wird bei 52,64 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 61,65 US-Dollar. Beide Referenzsorten bewegen sich damit auf Vierwochenhochs. Auch die Heizölpreise haben im Vergleich zum Vortag weiter zugelegt und sind auf neue Hochs gestiegen. Mit 67,70 Euro kosten 100 Liter Heizöl heute so viel wie seit drei Wochen nicht mehr.

 

 

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