Roh- und Heizölpreise behalten Aufwärtstendenz bei

Libyen wird seine Produktion im März voraussichtlich ankurbeln, während Saudi-Arabiens Output auf das niedrigste Niveau seit zwei Jahren sinken könnte.

 

Mit einer deutlichen Aufwärtsbewegung endete die vergangene Handelswoche. Da die US-Delegation zuversichtlich aus Peking abreiste, kam unter Marktteilnehmern Hoffnung auf eine baldige Beilegung der Handelsstreitigkeiten auf. Sowohl US-Präsident Donald Trump als auch Chinas Staatschef Xi Jinping äußerten sich optimistisch und sprachen von Fortschritten. Die bilateralen Gespräche sollen in dieser Woche in Washington fortgesetzt werden. Inzwischen gilt eine Verschiebung der Deadline als wahrscheinlich. Trump hatte angedeutet, bei gutem Verhandlungsverlauf erst nach dem 1. März neue Strafzölle einzuführen. Diese Meldung wirkte vor dem Wochenende in Verbindung mit der gezielt sowie ungeplant gedrosselten Weltölförderung bullish. Die Rohölpreise legten im Laufe des Freitags um mehr als einen US-Dollar zu und stiegen auf Dreimonatshochs. Zu Beginn der neuen Handelswoche scheint das Aufwärtspotenzial zunächst ausgereizt. WTI und Brent befinden sich weiterhin im Bereich ihrer Dreimonatshochs, tendieren allerdings nur leicht aufwärts.

 

Saudi-Arabien: Produktion auf Zweijahrestief

Laut dem aktuellen OPEC-Abkommen über Produktionskürzungen hat sich Saudi-Arabien dazu bereit erklärt, seinen Output um 300.000 bis 400.000 Barrel pro Tag zu drosseln. Der jüngste OPEC-Monatsreport lässt jedoch darauf schließen, dass Saudi-Arabien seine Produktion im ersten Quartal mindestens doppelt so stark kürzen wird. Hier heißt es, die saudi-arabische Tagesförderung lag im November 2018 bei 11,02 Millionen Barrel. Für März kündigte Saudi-Arabiens Ölminister Khalid Al-Falih an, die Produktion auf 9,8 Millionen Barrel pro Tag zu senken. Damit würde der Output des Kartellmitglieds auf den niedrigsten Stand seit zwei Jahren zurückgehen. Die Ankündigung umfassender Produktionskürzungen und die Deaktivierung des größten Offshore-Ölfelds Saudi-Arabiens werden am Markt bullish interpretiert.

 

Libyen: Sharara-Ölfeld vor Reaktivierung

Das über Monate hinweg besetzte Sharara-Ölfeld steht offiziell unter der Kontrolle der Libyan National Army (LNA). Der LNA-Sprecher hatte das bereits in der Vorwoche erklärt, nun zieht LNA-General Haftar nach. Man kontrolliere das gesamte Ölfeld und fordere die National Oil Corporation (NOC) auf, die Förderung zu reaktivieren. Die für nationale Produktionsprozesse zuständige NOC hat bislang nicht bestätigt, dass die Anlage bereit zur Reaktivierung ist. Experten gehen davon aus, dass das Sharara-Ölfeld mit einer Kapazität von 350.000 Barrel pro Tag im März wieder in Betrieb genommen werden kann. Weder Angebots- noch Nachfrageentwicklung sind derzeit absehbar. Grundsätzlich überwiegen auch heute die bullishen Impulse, sodass die Rohölpreise mit einer leichten Aufwärtsbewegung in den Handelstag starten. WTI wird bei 55,98 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 66,49 US-Dollar. Die Heizölpreise sind seit Jahresbeginn um acht Euro gestiegen. In den ersten beiden Januarwochen hatten sie kontinuierlich zugelegt. Es folgte ein wochenlanger Seitwärtstrend mit nur geringfügigen Preisschwankungen. Vergangene Woche wurde die Seitwärtsorientierung dann wieder von einer Aufwärtsbewegung abgelöst. Innerhalb der vergangenen Tage war ein Preisanstieg um drei Euro zu beobachten. Heute knacken die Preise zum ersten Mal seit Mitte Dezember 2018 die 71-Euro-Marke. Auf ihrem Zweimonatshoch kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 71,16 Euro.

 

 

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