Roh- und Heizölpreise mit verhaltener Aufwärtstendenz

Der Bestandsbericht des API ging gestern am Markt unter. Im Fokus stehen weiterhin die US-Sanktionen gegen Venezuela, die nun Kritik hervorrufen.

 

Um mehr als einen US-Dollar haben die Rohölpreise gestern zugelegt. Im Laufe des Handelstages sind sie auf den höchsten Stand seit einer Woche gestiegen, auf dem Sie sich auch heute bewegen. Stützende Wirkung hatten die freiwilligen Extra-Produktionskürzungen Saudi-Arabiens, bevorstehende Gespräche im US-chinesischen Handelsstreit sowie die US-Sanktionen gegen Venezuela. Der Bestandsbericht des American Petroleum Institute (API) blieb hingegen ohne bedeutenden Einfluss.

 

API meldet Ausbau der US-Ölvorräte

In der vergangenen Woche sind die US-Ölbestände über alle Kategorien hinweg gestiegen. So schätzt es das API in seinem gestern bekannt gewordenen Wochenbericht. Die US-weiten Rohölbestände seien um zwei Millionen Barrel gewachsen. Da sich die US-Ölvorräte bereits über dem Fünfjahresdurchschnitt befinden, ist jeder weitere Anstieg klar bearish zu interpretieren. Doch Analysten hatten zuvor einen umfangreicheren Bestandsausbau um 3,1 Millionen Barrel prognostiziert. Die Einschätzung des API fällt folglich weniger bearish aus als erwartet. In den Produktkategorien hält der Wochenreport allerdings keine preisstützenden Überraschungen bereit. Laut API hat der Bestand an Destillaten um 200.000 Barrel zugelegt. Der Benzinvorrat sei indes um 2,2 Millionen Barrel gestiegen. Analysten waren im Vorfeld von einer Bestandsverkleinerung bei den Destillaten und einem ähnlichen Anstieg bei Benzin ausgegangen. Insgesamt hinterlässt der API-Bericht keine richtungsweisenden Impulse. Marktteilnehmer warten auf den detaillierteren Vergleichsreport des US-Energieministeriums.

 

Russland kritisiert US-Sanktionen

Der russische Außenminister Sergei Lawrow hat Kritik an den US-Sanktionen geübt und sie als illegal bezeichnet. Lawrow zufolge konfiszieren die USA mit Hilfe der Sanktionen staatliches Eigentum Venezuelas. Russland werde weiterhin die venezolanische Regierung unter Präsident Nicolás Maduro unterstützen. Auch Kreml-Sprecher Dmitri Peskow betonte, man werde die eigenen Interessen innerhalb des internationalen Rechtsrahmens schützen. Die russische Regierung sehe die Sanktionen als Einmischung in die inneren Angelegenheiten Venezuelas. Am Montag hatten die USA Sanktionen gegen den staatlichen venezolanischen Ölkonzern PDVSA verhängt. Um Präsident Maduro von den Einnahmen aus dem Ölhandel abzuschneiden, werden Vermögenswerte und Zahlungen über US-Konten eingefroren.

Während die USA und die EU Neuwahlen befürworten, unterstützen Russland und China Präsident Maduro. Die Vorzeichen für die bevorstehenden Verhandlungen zwischen den USA und China stehen damit denkbar ungünstig. Noch in dieser Woche werden Vertreter beider Regierungen in den USA zu Gesprächen über den bilateralen Handelsstreit zusammenkommen. Am Markt besteht somit ein Spannungsfeld zwischen bearishen und bullishen Impulsen. Die Rohölpreise können sich am Morgen zunächst auf ihren Einwochenhochs halten und tendieren leicht aufwärts. WTI wird bei 53,25 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 61,28 US-Dollar. Nach mehrwöchigem Seitwärtstrend sind die Heizölpreise gestern kurzzeitig in eine Abwärtsbewegung gerutscht. Sanken sie gestern noch um mehr als einen Euro, legen sie heute um 80 Cent zu. Damit verlassen sie ihre Dreiwochentiefs direkt wieder und kehren zurück in die Seitwärtstendenz. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 67,14 Euro.

 

 

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