Roh- und Heizölpreise steigen nach Jahreswechsel

Weniger Öl in den US-Lagern, weniger Öl aus den OPEC-Mitgliedsstaaten und weniger Ölbohranlagen in den USA. Die bullishen Impulse überwiegen.

 

Mit einem Aufwärtstrend hat das Jahr 2019 am Ölmarkt begonnen. Sowohl die Heizöl- als auch die Rohölpreise sind in der ersten Januarwoche gestiegen. Um mehr als zwei US-Dollar haben WTI und Brent zugelegt. Noch vor wenigen Tagen überwogen die Skepsis an den bevorstehenden OPEC-Produktionskürzungen und die Sorge vor einem Überangebot. Doch nach dem Jahreswechsel deuten Output- und Bestandsdaten auf eine knappere Verfügbarkeit hin. So meldete das American Petroleum Institute für die letzte Dezemberwoche einen überraschend deutlichen Rückgang der US-Rohölvorräte. Das US-Energieministerium bestätigte diese Einschätzung zwar nicht, sieht die Bestände aber unverändert. Am Markt wirkt bereits bullish, dass es keine Aufbauten gegeben hat. Der Bericht von Baker Hughes setzt gleich zu Wochenbeginn einen weiteren bullishen Akzent.

 

US-weit weniger Ölbohranlagen aktiv

Im Laufe der ersten Woche des Jahres ist die Zahl aktiver US-Ölbohranlagen gesunken. Baker Hughes hat US-weit einen Rückgang um acht Anlagen verzeichnet. Insgesamt seien in den USA derzeit 877 Ölbohranlagen in Betrieb. Die Zahl aktiver Anlagen befindet sich seit drei Monaten zwischen 873 und 888, auf einem im Mehrjahresvergleich sehr hohen Niveau. Trotz des jüngsten Rückgangs verfügt die US-Ölförderung somit über großes Wachstumspotenzial. Auf die Rohölpreise wirkt die Meldung von Baker Hughes dennoch zunächst stützend.

 

Preisliches Aufwärtspotenzial erwartet

Analysten haben ihre Preisprognosen für dieses Jahr nach unten korrigiert, sehen aber preisliches Aufwärtspotenzial. Bei Standard & Poor’s erwartet man einen durchschnittlichen Brent-Preis von 55 US-Dollar, während sich WTI bei 50 US-Dollar einpendeln werde. Die ursprüngliche Preiserwartung hat man damit um zehn US-Dollar gesenkt. Bei Goldman wurde die interne Preisprognose indes um acht bis neun US-Dollar nach unten korrigiert. Brent werde im Jahr 2019 durchschnittlich 62,50 US-Dollar kosten, WTI im Jahresdurchschnitt 55,50 US-Dollar. Der Handelsstreit zwischen den USA und China sowie schwache Nachfrageaussichten liegen den Abwärtskorrekturen zugrunde. Momentan notieren WTI und Brent einige US-Dollar unterhalb der Analystenprognosen. Im Jahresverlauf scheint daher grundsätzlich Aufwärtspotenzial zu bestehen, wie sich auch am Morgen zeigt. WTI wird bei 48,89 US-Dollar gehandelt, während ein Barrel der Nordseesorte Brent 58,12 US-Dollar kostet. Beide Referenzsorten haben ihr Dreiwochenhoch erreicht. Auf Neunmonatstiefs sind die Heizölpreise in das neue Jahr gestartet. Seit Anfang November 2018 waren sie kontinuierlich gesunken, doch mit dem Jahreswechsel änderten sie ihre Bewegungsrichtung. In der ersten Januarwoche haben die Preise hierzulande um mehr als drei Euro zugelegt. Aktuell befinden sie sich auf ihrem Zweiwochenhoch. Im Deutschlanddurchschnitt kosten 100 Liter Heizöl 66,26 Euro.

 

 

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