Rohölpreise beenden 2018 nahe Jahrestiefs

Um mehr als zehn US-Dollar sind die Rohölpreise im Jahresverlauf gesunken. Eine Ankündigung aus Russland hält die Preise auf niedrigem Niveau.

 

Ein Abwärtstrend hat im Dezember den Ölmarkt geprägt. Die Rohölpreise sind seit Monatsbeginn um sieben bis neun US-Dollar zurückgegangen, während die Heizölpreise um durchschnittlich acht Euro gesunken sind. Die Referenzsorten WTI und Brent werden heute voraussichtlich im Bereich ihrer Jahrestiefs aus dem Handel gehen. Zurückzuführen sind die niedrigen Preisniveaus auf die bearishe Impulslage, die sich seit ungefähr drei Monaten am Markt hält. Anleger und Analysten gehen davon aus, dass der internationale Ölmarkt im nächsten Jahr überversorgt sein wird. An diesen Prognosen konnten weder die Iransanktionen der USA noch die Produktionskürzungen der OPEC rütteln. Unter Marktteilnehmern herrscht berechtigte Skepsis hinsichtlich des Kürzungseffekts, wie eine Ankündigung aus Russland zeigt.

 

Nur geringe Drosselung russischer Produktion

Russlands Energieminister Alexander Nowak hat bekanntgegeben, die russische Ölproduktion werde in der ersten Jahreshälfte 2019 um drei bis fünf Millionen Tonnen zurückgefahren. Demnach wird Russland die Kürzungsvereinbarung mit der OPEC zunächst nur teilweise umsetzen. Denn die von Nowak angekündigte Produktionsdrosselung entspricht einer Kürzung um 121.000 bis 201.000 Barrel pro Tag. Laut OPEC-Abkommen hat sich Russland allerdings dazu bereiterklärt, täglich 228.000 Barrel vom Markt zu nehmen. Mit Verweis auf technische Gründe hatte Nowak bereits betont, man werde Monate für die vollständige Umsetzung der Kürzungen benötigen. Die bullishe Impulskraft der OPEC-Maßnahme ist daher weiterhin erheblich beschränkt.

 

Ölpreise mit zweistelligen Jahresverlusten

Sowohl die Roh- als auch die Heizölpreise werden das Jahr 2018 heute im Bereich ihrer Jahrestiefs beenden. Seit Jahresbeginn hat WTI um ungefähr 16 US-Dollar nachgegeben, während der Brent-Preis um zwölf US-Dollar zurückgegangen ist. Dabei hatten sich die Referenzsorten im Frühjahr nach Bekanntwerden des US-Austritts aus dem Atomabkommen mit dem Iran zunächst aufwärts bewegt. Die Preise wurden von bevorstehenden US-Sanktionen gegen den Iran in die Höhe getrieben, weil man von einem Einbruch der iranischen Ölexporte ausging. Vorübergehende Ausnahmeregelungen von Seiten der USA und zwischenzeitliche Produktionssteigerungen der OPEC haben die Preisrallye im Herbst gestoppt. Die Sorge vor einer Unterversorgung wurde abgelöst von der Sorge vor einer Überversorgung. Vor dem Jahreswechsel tendieren die Rohölpreise im Bereich ihrer Tiefstände aufwärts. WTI wird am Morgen bei 46,24 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 54,39 US-Dollar. Die Heizölpreise schließen das Jahr 2018 auf neuen Mehrmonatstiefs ab. Über das Wochenende hinweg sind sie um mehr als 1,50 Euro gesunken und auf den niedrigsten Stand seit Ende März gerutscht. Aktuell kosten 100 Liter im Deutschlanddurchschnitt 63,08 Euro.

 

Die mobene Unternehmensgruppe