Rohölpreise bewegen sich weiter auf Hochs seitwärts

In seinem jüngsten Bestandsreport weist das API auf einen Anstieg der Kraftstoffnachfrage hin. Optimistisch zeigt sich auch US-Immunologe Anthony Fauci.

 

Eine konjunkturelle Erholung ist an den Terminbörsen eingepreist. Angesichts zunehmender Lockerungen der Corona-Einschränkungen erwarten Marktteilnehmer in den nächsten Monaten eine kontinuierliche Stabilisierung der Weltwirtschaft. Das anhaltend angespannte Verhältnis von USA und China sowie die zuletzt steigende Zahl der Neuinfektionen verpassten den Hoffnungen einen leichten Dämpfer. Dennoch ist die Stimmung in London und New York grundsätzlich optimistisch. Anleger und Analysten richten ihren Blick insbesondere auf die Produktionskürzungen der OPEC+. Die ölproduzierenden Staaten um Saudi-Arabien und Russland fahren ihren Output seit Mai um fast zehn Millionen Barrel pro Tag zurück. Kürzungen in diesem historischen Umfang hatten die Produzenten angekündigt und im Mai bereits zu 87 Prozent umgesetzt. Marktteilnehmer waren von der Disziplin überrascht, hatten einzelne Staaten doch zwischenzeitlich eine Überproduktion öffentlich gemacht. Immer mehr Abweichler haben bis heute allerdings bekräftigt, diese Mehrmengen bis Ende Juli auszugleichen. Die Einhaltungsquote der OPEC+ könnte daher schon im Juni die hohe Quote aus Mai übertreffen. Eine Erwartungshaltung, die die Rohölpreise seit einigen Tagen stützt.

API-Report deutet auf Anstieg der Ölnachfrage hin

In der vergangenen Woche sind die US-weiten Rohölvorräte gewachsen, während die Produktbestände unerwartet deutlich zurückgegangen sind. Das geht aus den gestern bekannt gewordenen Einschätzungen des American Petroleum Institute (API) hervor. Marktteilnehmer hatten im Vorfeld bereits einen leichten Ausbau der Rohölbestände um bis zu 400.000 Barrel prognostiziert. Laut API sind die US-weiten Vorräte an Rohöl allerdings um 1,7 Millionen Barrel vergrößert worden. Lediglich die Bestände im zentralen US-Lagerort Cushing seien geringfügig zurückgegangen. Dementgegen halten die Produktkategorien eine bullishe Überraschung bereit. Zwar waren nach Anlaufen der sommerlichen Fahrsaison im Vorfeld Abbauten erwartet worden. Doch das API übertrifft vorangegangene Prognosen deutlich. War ein Rückgang der Vorräte an Destillaten um maximal 800.000 Barrel prognostiziert worden, geht das API von einer Bestandsverkleinerung um 2,6 Millionen Barrel aus. Bei steigender Kraftstoffnachfrage waren Analysten auch von einer Verringerung der Benzinvorräte um bis zu 1,4 Millionen Barrel ausgegangen. Das API meldete gestern Abend einen Rückgang der Benzinbestände um 3,9 Millionen Barrel. Der Blick auf die Entwicklung der US-Ölvorräte deutet auf einen Anstieg insbesondere der Kraftstoffnachfrage hin. Abzuwarten bleibt nun, wie am Nachmittag der Vergleichsbericht des US-Energieministeriums ausfallen wird.

Sorge und Zuversicht nach Einschätzung von Fauci

Im Rahmen einer Anhörung vor dem US-Repräsentantenhaus äußerte sich der US-Immunologe Anthony Fauci zur aktuellen Infektionslage. In Florida, Texas, Arizona und anderen US-Bundesstaaten sei ein „beunruhigender Anstieg der Infektionen“ zu beobachten. Dieser Zunahme werde man in den nächsten Wochen unter anderem mit mehr Tests begegnen. Hoffnung weckte Faucis Einschätzung, es könne bereits Ende 2020 oder Anfang 2021 einen Impfstoff geben. Er sei „vorsichtig optimistisch“.

Die Erwartung einer Stabilisierung der Marktsituation hält die Rohölpreise am Morgen auf ihren Dreieinhalbmonatshochs. WTI wird bei 40,38 US-Dollar gehandelt, während ein Barrel der Nordseesorte Brent 42,76 US-Dollar kostet. Die Heizölpreise setzen heute ebenfalls ihre Seitwärtsbewegung fort. Im Vergleich zum Vortag bleiben sie hierzulande nahezu unverändert, nähern sich allerdings wieder ein wenig der 50-Euro-Marke. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 49,92 Euro.

 

 

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