Rohölpreise klettern auf Zweiwochenhochs

Gestern dämpfte der Fünfjahresausblick der IEA die Stimmung am Markt. Heute stehen wieder die umfassenden OPEC-Produktionskürzungen im Fokus.

 

Der gestrige Handelstag führte die Referenzöle in unterschiedliche Richtungen. Das US-amerikanische WTI ging mit Verlusten von 40 Cent aus dem Handel, während die Nordseesorte Brent einen Gewinn von fast einem US-Dollar einstrich. Die bullishen Impulse vom Wochenstart scheinen nur auf das europäische Rohöl gewirkt zu haben. Neben der grundsätzlich verknappten Verfügbarkeit stützte das nur langsame Hochfahren des größten Ölfelds Libyens. Das Sharara-Ölfeld wird erst in zwei Wochen wieder die üblichen 300.000 Barrel pro Tag produzieren, nicht wie zuvor angekündigt binnen weniger Tage. Vieles spricht somit weiterhin für eine stark begrenzte Verfügbarkeit. Doch auf dem US-amerikanischen Markt zeigt sich ein gegenteiliges Bild, was WTI gestern belastete.

 

Nächster US-Schieferölboom steht bevor

Derzeit befindet sich die US-Ölförderung bereits auf ihrem Allzeithoch. Täglich werden nach Angaben des US-Energieministeriums 12,1 Millionen Barrel gefördert. Die International Energy Agency (IEA) geht davon aus, dass das Wachstumspotenzial noch lange nicht ausgeschöpft ist. Vielmehr stehe der nächste Schieferölboom bevor. IEA-Vorsitzender Fatih Birol kündigte an, die zweite Welle der US-Schieferölrevolution werde kommen. In den nächsten Jahren sei damit zu rechnen, dass die OPEC immer mehr Marktanteile an die USA verliert. Während die OPEC ihre Förderung kürzt, setzen die USA auf Produktionssteigerung. Das resultiert laut IEA darin, dass 70 Prozent des weltweiten Ölförderwachstums bis 2024 auf die USA zurückgehen werden.

 

Saudi-Arabien behält Produktionsniveau bei

Auch im April wird Saudi-Arabien täglich weniger als zehn Millionen Barrel produzieren. Aus internen Regierungskreisen heißt es, für März sei eine Tagesproduktion von 9,8 Millionen Barrel geplant. Im Folgemonat werde man dieses Niveau beibehalten. Die Drosselung des Outputs wird sich insbesondere auf die Exporte auswirken. Wie Insider berichten, seien für April bereits 7,6 Millionen Barrel pro Tag angefragt. Zur Verfügung stellen werde der OPEC-Mitgliedsstaat allerdings weniger als sieben Millionen Barrel pro Tag.

Am Morgen liegt der Marktfokus auf dem bullishen Impuls der zielstrebigen OPEC-Produktionskürzungen. Die Aussicht auf einen weiteren US-Schieferölboom bremst zwar, überrascht allerdings nicht. Daher bewegen sich die Rohölpreise zunächst aufwärts. WTI wird bei 57,04 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 66,79 US-Dollar. Damit liegen die Referenzsorten auf dem höchsten Stand seit ungefähr zwei Wochen. Die Heizölpreise tendieren inzwischen seit fast drei Wochen seitwärts. Leichte Schwankungen um bis zu einem Euro führen sie mal über und mal unter die 70-Euro-Marke. Hielten sie sich in den vergangenen Tagen konstant unterhalb dieser Schwelle, wird sie heute knapp geknackt. Im Deutschlanddurchschnitt kosten 100 Liter Heizöl aktuell 70,01 Euro. Damit verharren die Heizölpreise in ihrem wochenlangen Seitwärtstrend im Bereich ihres Dreimonatshochs.

 

 

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