Rohölpreise knacken neue Hochs nach Monatswechsel

Vor einer Woche haben die USA Sanktionen gegen die venezolanische Ölindustrie verhängt. Für April kündigt das Finanzministerium eine Verschärfung an.

 

Die vergangene Handelswoche endete mit Gewinnen für die Rohölpreise. Allein am Freitag legten sie um ungefähr 1,50 US-Dollar zu. Brent ging auf seinem Zweiwochenhoch ins Wochenende, während WTI sogar das höchste Preisniveau seit zweieinhalb Monaten erreichte. Zurückzuführen ist der Anstieg auf die eindeutig bullishe Impulslage in der zweiten Wochenhälfte. So weckte unter anderem die fortgeführte Verhandlung im US-chinesischen Handelsstreit Zuversicht. Zwar gingen die zweitägigen Gespräche in Washington ohne konkretes Ergebnis zu Ende. Doch US-Präsident Donald Trump deutete an, sich mit Chinas Staatschef Xi Jinping treffen und eine finale Vereinbarung aushandeln zu wollen. Auch die Produktionszahlen der OPEC schafften Aufwärtspotenzial. Kartellmitglied Saudi-Arabien hat seinen Output wie angekündigt besonders stark gedrosselt. Analysten davon aus, dass die saudi-arabische Produktion im Januar um 350.000 Barrel pro Tag zurückgegangen ist. Der OPEC-Gesamtoutput soll im Vergleich zu Dezember um 890.000 Barrel pro Tag gesunken sein. Eine weitere bullishe Meldung kam am Freitag aus den USA.

 

Neues zu US-Arbeitsmarkt und Bohranlagen

Sowohl der Monatsbericht des US-Arbeitsministeriums als auch der Wochenreport von Baker Hughes wirken preisstützend. Das Arbeitsministerium meldete, der historische Regierungsstillstand habe keinen erkennbaren negativen Effekt auf den Arbeitsmarkt gehabt. Zwar sei die Erwerbslosenquote im Zuge des Haushaltsstreits auf ein Siebenmonatshoch gestiegen, da viele Regierungsmitarbeiter vorübergehend als erwerbslos erfasst wurden. Doch landesweit ist laut US-Arbeitsministerium ein Job-Boom zu beobachten. Im Januar seien 304.000 neue Stellen entstanden. Besonders in Gastronomie, Einzelhandel und Baugewerbe seien viele neue Mitarbeiter eingestellt worden. Zu rechnen ist mit mehr Berufsverkehr und einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts, was auch die Ölnachfrage ankurbeln könnte.

Baker Hughes meldete indes, die Zahl aktiver US-Ölbohranlagen sei auf ein Mehrmonatstief gesunken. In der vergangenen Woche seien US-weit 15 Anlagen deaktiviert worden, sodass insgesamt nur noch 847 aktiv seien. Damit zeichnet sich ein Abwärtstrend ab. In vier der fünf Wochen im Jahr 2019 ist die Zahl aktiver Ölbohranlagen zurückgegangen, um durchschnittlich 9,6 pro Woche. Nach ihrem jüngsten Einbruch befindet sich die Zahl auf dem niedrigsten Stand seit acht Monaten. Im Mai 2018 waren zuletzt so wenig Anlagen in Betrieb wie derzeit.

 

USA verschärfen Sanktionen gegen Venezuela

Vor einer Woche hatten die USA Sanktionen gegen Venezuela verhängt, die den Ölhandel einschränkten. Das US-Finanzministerium kündigte nun eine Verschärfung der Sanktionen ab April an. Würden bislang nur Zahlungen eingefroren, sei ab dem 28. April der Verbot von Ölimporten aus Venezuela geplant. Eine Preisrallye löst aber auch diese Ankündigung nicht aus. Zum einen haben die bisherigen Sanktionen den US-venezolanischen Ölhandel bereits größtenteils zum Erliegen gebracht. Zum anderen gehen Analysten davon aus, dass Venezuela alternative Abnehmer für sein Öl finden und die venezolanische Produktion nicht deutlich zurückgehen wird. Das Aufwärtspotenzial der Rohölpreise ist daher am Morgen ausgeschöpft, doch sie halten sich zunächst auf ihren Hochs. WTI befindet sich bei 55,29 US-Dollar, während ein Barrel der Nordseesorte Brent 62,92 US-Dollar kostet. Um mehr als vier Euro sind die Heizölpreise im Januar gestiegen. Zugelegt hatten sie direkt nach dem Jahreswechsel. Anschließend waren nur noch geringfügige Preisschwankungen zu beobachten. Dreieinhalb Wochen dauert ihr Seitwärtstrend inzwischen an. Auch heute reißt er nicht ab. Über das Wochenende hinweg sind die Preise lediglich etwas zurückgegangen. Im Deutschlanddurchschnitt kosten 100 Liter Heizöl aktuell 67,30 Euro.

 

 

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