Rohölpreise nach Trump-Statement mit Aufwärtsbewegung

Nach wochenlangen ergebnislosen Verhandlungen galt eine Einigung im US-chinesischen Handelsstreit als unwahrscheinlich. Jetzt lenkt US-Präsident Trump ein.

 

Seit Wochenbeginn blicken die Marktteilnehmer an Finanz- und Rohstoffbörsen nach Peking, wo die nächste Verhandlungsrunde im US-chinesischen Handelsstreit vorbereitet wird. Obwohl die Gespräche am Donnerstag und Freitag auf hoher Ministerebene unter US-Finanzminister Steven Mnuchin geführt werden, schwand die Hoffnung auf einen Deal vor der Frist am 1. März. Denn US-Präsident Donald Trump hatte angekündigt, eine Vereinbarung werde nur zwischen ihm und Chinas Staatschef Xi Jinping getroffen. Ein solches Treffen galt für die nächsten Wochen jedoch als unwahrscheinlich. Nun berichtet die Nachrichtenagentur Reuters, die US-Regierung erwäge die Verschiebung der Deadline. Gegenüber Journalisten habe Trump erklärt, die Frist möglicherweise nach hinten zu verschieben, sollte man sich in den dieswöchigen Gesprächen annähern. Allerdings sei dies nicht seine favorisierte Lösung.

 

Saudi-Arabien steuert Überversorgung entgegen

Sowohl die OPEC als auch die Energy Information Administration (EIA) sehen den Markt in einer Überversorgung. Die OPEC wies zwar auf ihre erfolgreichen Produktionskürzungen hin. Gleichzeitig rechnet das Kartell allerdings mit Outputsteigerungen in Nicht-OPEC-Staaten sowie mit einem schwächeren Nachfragewachstum. Die EIA kommt zu einer ähnlichen Einschätzung und prognostiziert einen starken Anstieg der US-Ölförderung. Aktuell fördern die USA täglich 11,9 Millionen Barrel. Bis 2020 wird die Tagesförderung laut EIA auf 13,2 Millionen Barrel steigen. Nach Veröffentlichung der bearishen Monatsberichte startete Saudi-Arabien einen Beschwichtigungsversuch und kündigte noch umfassendere Produktionskürzungen an. Man werde den saudi-arabischen Output um weitere 400.000 Barrel pro Tag drosseln. Der OPEC-Mitgliedsstaat hatte seine Förderung im Zuge der Produktionskürzungen bereits um mindestens 400.000 Barrel pro Tag zurückgefahren.

 

US-Ölvorräte mit unerwartetem Rückgang

In der vergangenen Woche sind die US-weiten Bestände an Rohöl und Destillaten gesunken, während die Benzinvorräte ausgebaut wurden. Das geht aus dem gestern bekannt gewordenen Bericht des American Petroleum Institute (API) hervor. Mitte Februar führen Raffineriebetreiber für gewöhnlich Wartungsarbeiten durch und fragen entsprechend weniger Rohöl nach. Analysten hatten daher einen Anstieg der Rohölvorräte um 2,1 Millionen Barrel prognostiziert. Laut API sind sie allerdings um eine Million Barrel zurückgegangen. Auch die Bestände im zentraler Lagerort Cushing seien um 500.000 Barrel verkleinert worden. Bei den Destillaten hatten Experten aufgrund der laufenden Wintersaison indes mit Abbauten gerechnet. Doch dem API zufolge sind die Vorräte an Destillaten nicht nur um 1,6 Millionen Barrel, sondern um 2,5 Millionen Barrel gesunken. Lediglich in der Benzinkategorie entspricht die API-Einschätzung vorangegangenen Prognosen. Waren Experten von einem Bestandswachstum um 700.000 Barrel ausgegangen, meldete das API einen Anstieg um 800.000 Barrel.

Insgesamt ist der API-Bericht eindeutig bullish zu interpretieren, belegt er doch überraschend viele und deutliche Bestandsrückgänge. Die entschlossene Kürzungspolitik Saudi-Arabiens stützt die Ölpreise zusätzlich. Vor allem die mögliche Fristverschiebung im US-chinesischen Zollstreit drängt bearishe Impulse wie die Monatsberichte von OPEC und EIA in den Hintergrund. Die Rohölpreise bewegen sich am Morgen aufwärts und knacken neue Hochs. Während WTI mit 53,57 US-Dollar sein Einwochenhoch erreicht, stellt Brent mit 63,01 einen Zweieinhalbmonatsrekord auf. Die Heizölpreise setzen ihren viereinhalbwöchigen Seitwärtstrend auch heute fort. Gaben sie gestern um ungefähr zehn Cent nach, gleichen sie diesen Rückgang wieder aus und legen etwas zu. Damit halten sie sich bereits seit dem Wochenende oberhalb der 68-Euro-Schwelle, die das höchste Niveau des wochenlangen Seitwärtstrends markiert. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 68,22 Euro.

 

 

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