Rohölpreise rutschen auf Zweiwochentiefs

Produktionskürzungen stehen bevor, doch eine Preisrallye ist nicht in Sicht. Dafür ist der Beschluss der OPEC nach Meinung von Analysten zu schwach.

 

Zahlreiche Öl produzierende Staaten werden ihren Output ab Januar drosseln. Mit diesem Ergebnis endete die Konferenz von OPEC-Mitgliedern und externen Ölproduzenten vor dem Wochenende. Doch eine Preisrallye blieb bislang aus. Der Beschluss hat die Rohölpreise am Freitag lediglich um einen US-Dollar steigen lassen, bevor gestern die Abwärtskorrektur um denselben Betrag erfolgte. Die bevorstehenden Produktionskürzungen haben also nur eine leicht stützende Wirkung auf die Rohölpreise. Umfang und Dauer der Kürzungsmaßnahme stoßen am Markt auf Skepsis.

 

Zweifel an Effekt der OPEC-Kürzungen

Ab Januar werden einzelne OPEC-Mitgliedsstaaten und externe Kooperationspartner wie Russland ihren Output für sechs Monate um insgesamt 1,2 Millionen Barrel pro Tag zurückfahren. Dieser Kompromiss scheint zu schwach für eine Preisrallye. Analysten kritisieren zum einen die Laufzeit der Kürzungen. Diese liegt offiziell bei sechs Monaten, doch bereits im April werden die Beteiligten über Anpassungen beraten. Grund ist, dass ausgewählte Staaten nur bis Frühjahr von den US-Iransanktionen ausgenommen sind. Laufen diese Sondervereinbarungen aus, könnte sich die Marktsituation entscheidend verändern. Neben der stark begrenzten Laufzeit schränken erneut gewährte Ausnahmen den bullishen Effekt des OPEC-Beschlusses ein. So sind der Iran, Libyen und Venezuela nicht zu Kürzungen verpflichtet. Zudem zeigen sich Marktteilnehmer enttäuscht über den Beitrag der OPEC. Nur um 800.000 Barrel pro Tag wird das Kartell seinen Output drosseln. Erst die Beteiligung externer Ölproduzenten wie Russland sichert der Maßnahme ihre wenn auch moderate Einflusskraft.

 

Russland bereitet schrittweise Kürzung vor

In Russland wird man die vereinbarte Produktionskürzung schrittweise umsetzen. Das erklärte der russische Energieminister Alexander Nowak am Dienstag. Im Januar werde man den Output um mindesten 50.000 oder 60.000 Barrel pro Tag drosseln. Analysten zufolge hat sich Russland im Rahmen der OPEC-Vereinbarung zur Kürzung um ungefähr 230.000 Barrel pro Tag bereiterklärt. Energieminister Nowak hatte direkt nach Ende der OPEC-Konferenz betont, Russland benötige aus technischen Gründen mehrere Monate für die Umsetzung der Kürzungen. Umsetzungsschwierigkeiten und Analysteneinschätzungen beschränken die bullishe Impulskraft des OPEC-Beschlusses inzwischen maßgeblich. Die Rohölpreise befinden sich daher am Morgen auf Zweiwochentiefs. WTI wird bei 51,06 US-Dollar gehandelt, während ein Barrel der Nordseesorte Brent 59,99 US-Dollar kostet. Die Heizölpreise bewegen sich bereits seit Anfang des Monats schwankend zwischen 71 und 74 Euro. Mal gehen sie etwas zurück, mal legen sie etwas zu. So sind sie auch über das Wochenende hinweg um einen Euro gestiegen. Um ebenfalls einen Euro geben sie heute allerdings wieder nach, sodass die Heizölpreise im Seitwärtstrend bleiben. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 71,16 Euro.

 

 

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