Rohölpreise starten mit Aufwärtsbewegung in den Juni

In einer Woche sollten die Produzenten der OPEC+ über ihre künftige Produktionsstrategie beraten. Die Entscheidung könnte nun vorgezogen werden.

 

Seit etwa zwei Wochen orientieren sich die Rohölpreise vornehmlich seitwärts. Im Tagesverlauf verloren sie immer wieder mal auf ihre Dreimonatshochs. Doch zu Handelsschluss kehrten sie meist zurück in den Bereich ihrer Hochs. Entsprechend schlossen die Rohöl-Futures auch den Mai auf dem höchsten Stand seit Anfang März ab. WTI ging knapp unterhalb von 34 US-Dollar ins Wochenende, die Nordseesorte Brent bei 35 US-Dollar. Und der Monatswechsel bringt zusätzliches Aufwärtspotenzial mit sich. Wie Baker Hughes berichtet, hat die Zahl aktiver US-Ölbohranlagen ein neues Rekordtief erreicht. In der vergangenen Woche seien 17 Anlagen deaktiviert worden, sodass US-weit nur noch 301 Ölbohranlagen betrieben würden. Die Zeichen stehen somit auf ein deutlich langsameres Wachstum der US-Ölförderung. Auch aus anderen ölproduzierenden Staaten kam zuletzt weniger Öl auf den Markt. Seit Anfang Mai drosseln die Mitgliedsstaaten der OPEC und kooperierende Produzenten wie Russland ihren Output. In einer Woche sollte sich entscheiden, ob man die Kürzungen um 9,7 Millionen Barrel pro Tag wie geplant bis Ende Juni beibehält. Doch diese Entscheidung könnte nun vorgezogen werden.

Spekulationen über Beschluss der OPEC+ noch diese Woche

Für den 9. und 10. Juni ist die nächste offizielle Abstimmung der OPEC+ angesetzt. OPEC-Mitgliedsstaaten und Kooperationspartner sollten beraten, welche Produktionsstrategie man in den bevorstehenden Monaten verfolgen wird. In den vergangenen Wochen mehrten sich bereits Spekulationen, die OPEC+ könnten ihre Kürzungsmaßnahmen in aktuellem Umfang über Juni hinaus verlängern. Im Gespräch waren Kürzungen bis Jahresende. Nun vermuten Marktteilnehmer, die für nächste Woche geplante Absprache könnte vorgezogen werden. Es gibt erste Hinweise, dass die OPEC+ am Donnerstag ihre künftige Produktionsstrategie festlegen werden. Eine Vorverlegung des Termins würde auf eine Einigung der Ölproduzenten hindeuten. Doch an den Terminbörsen bleibt man zunächst skeptisch. Schließlich haben die Produzenten ihre Kürzungsquoten im Mai nur zu 74 Prozent erfüllt. Vor diesem Hintergrund ist fraglich, welchen Effekt selbst verlängerte Kürzungsmaßnahmen haben würden.

Hurrikansaison beginnt im Golf von Mexiko

Mit dem Juni beginnt in den USA für gewöhnlich die Hurrikansaison. Und tatsächlich blicken Meteorologen gleich zu Monatsbeginn aufmerksam in den Golf von Mexiko, wo sich derzeit ein Tiefdruckgebiet zusammenbraut. Noch liegt es vor der Küste der mexikanischen Stadt Campeche. Doch bereits im Laufe des heutigen Tages könnte es zu einem Tropensturm heraufgestuft werden. Meteorologen erwarten, dass der Sturm in den nächsten Tagen in nördliche Richtung weiterziehen wird. Für eine Einschätzung der Auswirkungen für die US-Golfküste sei es allerdings noch zu früh. In den vergangenen Jahren haben Stürme die Ölproduktion und den Ölhandel rund um den Golf von Mexiko zeitweise stark eingeschränkt. Marktteilnehmer warten nun ab, ob auch die diesjährige Hurrikansaison das Ölangebot drosseln wird.

Am Morgen befinden sich die Rohölpreise im Aufwärtstrend. Die Referenzsorten haben neue Dreimonatshochs erreicht. WTI wird bei 35,73 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 38,73 US-Dollar. Die Heizölpreise beendeten den Mai nahe ihren Vierjahrestiefs. Auch am Wochenende verharrten sie auf ihren Tiefs knapp oberhalb der 46-Euro-Schwelle. Am gestrigen Feiertag brachen die Preise hierzulande kurzzeitig nach oben aus und knackten die 68-Euro-Marke. Aus dem Bereich ihrer Jahreshochs fallen die Heizölpreise heute direkt wieder auf Vierjahrestiefs. Im Vergleich zum Vortag geben sie um durchschnittlich 22 Euro nach. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 46,10 Euro.

 

 

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