Rohölpreise starten mit Aufwärtstendenz in den Dienstag

Spannungen zwischen den USA und China geraten heute in den Hintergrund, während Russland den Markt auf ein baldiges Ende der Überversorgung einstimmt.

 

Verhalten begann die neue Handelswoche gestern an den Terminbörsen. Wenig Bewegung gab es insbesondere wegen der feiertagsbedingten Handelspause in den USA. Feierte man gestern den Memorial Day, starten Anleger und Analysten dort erst heute in die Woche. Und gleich zu Handelsbeginn am Dienstagmorgen setzen die Rohölpreise zu einer Rallye an. Die Referenzsorten klettern auf neue Zweieinhalbmonatshochs. Erstmals seit Anfang März wird WTI oberhalb von 34 US-Dollar gehandelt, Brent oberhalb von 36 US-Dollar. Die jüngsten Spannungen zwischen den USA und China scheinen in den Hintergrund gerückt. Vielmehr blicken Marktteilnehmer heute nach Russland. Der russische Energieminister Alexander Nowak äußerte sich zuversichtlich, dass die Überversorgung noch im Sommer eingedämmt werden könne. Eine Aussicht, die an den Terminbörsen für bullishe Stimmung sorgt.

Russland: Ende der Überversorgung spätestens im Juli

Innerhalb der nächsten zwei Monate könnte der Ölmarkt sein Gleichgewicht wiederfinden. Der russische Energieminister Alexander Nowak ist überzeugt, die Überversorgung von derzeit sieben bis zwölf Millionen Barrel pro Tag werde im Juni oder Juli verschwinden. Ein entsprechendes Zitat Nowaks teilte das russische Energieministerium über den Kurznachrichtendienst Twitter. Demnach geht der Energieminister davon aus, dass vor allem ein Nachfrageschub bei Kraftstoffen dazu beitragen wird. Weiter heißt es aus dem Energieministerium, die Kürzungen der OPEC+ und anderer Staaten hätten die weltweite Ölproduktion bereits um 14 bis 15 Millionen Barrel pro Tag gedrosselt. Diese Einschätzung deutet darauf hin, dass sich die am Kürzungsabkommen beteiligten Staaten an ihre Vorgaben halten. Auch Russland soll sein Produktionsziel schon erreicht haben. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur RIA liegt die russische Tagesproduktion nahe 8,5 Millionen Barrel.

USA: Aktive Ölbohranlagen auf Rekordtief

In den USA sind derzeit so wenige Ölbohranlagen aktiv wie noch nie zuvor. Das geht aus den aktuellen Einschätzungen von Baker Hughes hervor. Demnach ist die Zahl aktiver US-Ölbohranlagen in der Berichtswoche um 21 auf 318 gefallen. Diese Zahl markiert ein absolutes Rekordtief. Vor einem Jahr waren in den USA noch 665 Anlagen mehr aktiv. Die Zahl aktiver Ölbohranlagen gilt als Indikator für die Entwicklung der Ölförderung. Je mehr Anlagen aktiv sind, desto wahrscheinlicher ist ein Anstieg des Outputs in den nächsten Monaten. Dass die Zahl nun auf ihr Rekordtief gefallen ist, bestätigt die Aussicht auf ein kurz- bis mittelfristig verringertes Ölangebot.

Bei klar bullisher Impulslage orientieren sich die Rohölpreise am Morgen deutlich aufwärts. In den ersten Handelsstunden nach Eröffnung haben die Referenzsorten bereits zwischen 60 und 90 Cent zugelegt. WTI wird bei 34,42 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 36,17 US-Dollar. Die Heizölpreise bewegen sich seit einigen Tagen auf Einwochentiefs seitwärts. Nach kurzzeitigem Ausflug in den Bereich ihrer Jahreshochs waren sie am Wochenende unter die 50-Euro-Schwelle gerutscht. Im Vergleich zum Vortag geben die Preise heute geringfügig nach. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 48,24 Euro.

 

 

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