Rohölpreise stellen neue Dreimonatsrekorde auf

Optimismus im US-chinesischen Handelsstreit, zielstrebige OPEC-Produktionskürzungen und eine drohende Eskalation in Venezuela stützen die Ölpreise.

 

Am Montag startete die Handelswoche mit einem verhaltenen Aufwärtstrend. Die Nachrichtenlage war klar bullish, doch der US-Handel pausierte wegen des Feiertags President’s Day. Aufgrund der geringen Marktaktivität hielten sich die Aufwärtsspielräume in Grenzen. Mit der Rückkehr der Marktteilnehmer setzte sich gestern die Aufwärtsorientierung durch. Bis Handelsschluss legten die Rohölpreise um ein bis zwei US-Dollar zu. WTI und Brent kletterten auf neue Dreimonatshochs, die sie am Morgen weiter ausbauen. Stützend wirken neue Unruhen in Venezuela und der Bestandsbericht des American Petroleum Institute (API).

 

USA: Ölvorräte mit bullisher Entwicklung

Die US-weiten Bestände an Rohöl sind in der vergangenen Woche leicht gestiegen, während in den Produktkategorien Abbauten zu verzeichnen waren. Das geht aus dem gestern bekannt gewordenen Bestandsreport des API hervor. Raffineriebetreiber führen derzeit saisonale Wartungsarbeiten durch, fragen entsprechend wenig Rohöl nach. Analysten hatten daher einen Anstieg der Rohölvorräte um mindestens 2,6 Millionen Barrel prognostiziert. Dem API zufolge sind jedoch lediglich die Bestände im zentralen Lager- und Umschlagort Cushing deutlich gestiegen. Landesweit seien die Vorräte nur um 1,3 Millionen Barrel gestiegen.

Klammert man die vermutlich handelsbedingten Aufbauten in Cushing aus, sind die US-weiten Rohölbestände somit gesunken. Das interpretieren Marktteilnehmer ebenso bullish wie die kategorieübergreifend rückläufigen Produktvorräte. Laut API sind die Bestände an Destillaten um 800.000 Barrel reduziert worden, während die Benzinvorräte um 1,6 Millionen Barrel verkleinert wurden. Insgesamt enthält der API-Bericht ausschließlich bullishe Impulse, die die Rohölpreise maßgeblich stützen. Nun gilt es, den Vergleichsreport des US-Energieministeriums abzuwarten. Hierin finden sich neben den jüngsten Vorratsständen auch Details zu Raffinerieauslastung, Handels- und Förderaktivität der USA.

 

Venezuela: Armee verstärkt Grenzsicherung

In Reaktion auf angekündigte humanitäre Hilfe hat Venezuelas Präsident Nicolás Maduro die Armee in Alarmbereitschaft versetzt. Zuvor hatte beispielsweise die deutsche Botschaft in Caracas erklärt, die von der Bundesregierung freigegebene finanzielle Hilfe werde ab sofort in verschiedene Projekte fließen. Zudem warten Hilfsgüter aus dem Ausland an der Grenze zu Kolumbien. Die oppositionsgeführte Nationalversammlung befürwortet die internationale Unterstützung und hat ihre Anhänger für den 23. Februar zur Abholung der gelagerten Güter aufgerufen. Präsident Maduro lehnt die Hilfe indes ab, hat die militärische Grenzsicherung angeordnet. Die Armee bewacht die Grenze zu Kolumbien. Auch die Luft- und Seegrenzen zu den niederländischen ABC-Inseln wurden geschlossen. Die Unruhen in Venezuela könnten sich am Wochenende somit zuspitzen. Jüngst kam es bereits zu Angriffen auf venezolanische Ölanlagen. Am Morgen ist die Impulslage daher eindeutig bullish, sodass die Rohölpreise von ihren Dreimonatshochs aus aufwärts tendieren. WTI wird bei 57,42 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 67,21 US-Dollar. Vor einer Woche wurde der wochenlange Seitwärtstrend am Heizölmarkt von einer steilen Aufwärtsbewegung abgelöst. Innerhalb weniger Tage kletterten die Heizölpreise hierzulande über die 71-Euro-Schwelle und stiegen auf Zweimonatshochs. Zur Wochenmitte wendete sich das Blatt allerdings wieder und die Preise gaben binnen zwei Tagen um zwei Euro nach. Im Deutschlanddurchschnitt kosten 100 Liter Heizöl aktuell 69,10 Euro und damit so wenig wie seit einer Woche nicht mehr.

 

 

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