Rohölpreise tendieren auf neuen Hochs aufwärts

Der Handelsstreit zwischen den USA und China schwächt seit Monaten die Nachfrageerwartungen. Nun werden die bilateralen Gespräche verlängert.

 

Auf neuen Jahreshochs starten die Rohölpreise in den heutigen Handelstag. Um mehr als vier US-Dollar haben WTI und Brent in diesem Jahr bereits zugelegt. Kürzungsbestrebungen der OPEC und die aufgrund niedriger Preise geringe Produktionserwartung haben die Rohölpreise in den vergangenen Tagen gestützt. Heute rücken zwei weitere bullishe Impulse in den Marktfokus: gesunkene US-Ölvorräte und US-chinesische Verhandlungen in Peking.

 

USA und China verlängern Gespräche

Die handelspolitischen Gespräche zwischen den USA und China wurden überraschend verlängert. Angesetzt waren die am Montag begonnenen Verhandlungen ursprünglich für zwei Tage. Nun bestätigte die US-Regierung, dass die US-Delegation länger in Peking bleiben werde als geplant. Am Morgen seien die Beratungen fortgesetzt worden. US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt stets den sehr guten Verlauf der Verhandlungen betont. Auch US-Handelsminister Wilbur Ross zeigt sich im Hinblick auf eine Einigung zuversichtlich. Die Chancen für einen Kompromiss, mit dem beide Parteien leben könnten, stünden gut. Wenngleich die laufenden Gespräche voraussichtlich ohne konkretes Ergebnis enden werden, wird die Verhandlungsbereitschaft am Markt bullish interpretiert. Die USA und China hatten ihren Handelsstreit im Dezember für 90 Tage auf Eis gelegt. Bis Anfang März müsste demnach ein Kompromiss gefunden werden. Experten halten allerdings die Verschiebung der Deadline für wahrscheinlicher.

 

API meldet erneut Bestandsrückgang

Zum zweiten Mal in diesem Jahr hat das American Petroleum Institute (API) einen Rückgang der US-Bestände an Rohöl verzeichnet. In der vergangenen Woche seien die US-weiten Rohölvorräte um 6,1 Millionen Barrel gesunken. Analysten hatten im Vorfeld Abbauten um maximal 1,8 Millionen Barrel prognostiziert. In den Produktkategorien hat es laut API hingegen umfangreichere Aufbauten gegeben als angenommen. Die Vorräte an Destillaten seien um 10,2 Millionen Barrel gestiegen, während die Benzinbestände um 5,5 Millionen Barrel gewachsen seien. Insgesamt hinterlässt der API-Report damit sowohl bullishe als auch bearishe Impulse, die sich gegenseitig aufwiegen. Marktteilnehmer warten nun auf die Vergleichsdaten des US-Energieministeriums, die am Nachmittag veröffentlicht werden. Am Morgen stützen die US-chinesischen Gespräche sowie der vom API gemeldete Bestandsrückgang die Rohölpreise. WTI wird bei 50,40 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 59,39 US-Dollar. Beide Referenzsorten haben in den ersten Handelsstunden zwischen 60 und 80 Cent zugelegt und sind auf neue Dreieinhalbwochenhochs gestiegen. Während es für die Rohölpreise derzeit immer weiter aufwärts geht, verfügen die Heizölpreise über geringen Bewegungsspielraum. Seit dem Wochenende tendieren sie bereits auf ihren Zweieinhalbwochenhochs seitwärts und schwanken um maximal 20 Cent. Im Vergleich zum Vortag geben sie heute nur geringfügig nach. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 66,21 Euro.

 

 

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