Rohölpreise tendieren nach Vortagesrutsch aufwärts

Hohe Ölbestände, das weltweite Förderpotenzial und anhaltende Zweifel an den OPEC-Kürzungen bescherten den Ölpreisen eine verlustreiche Handelswoche.

 

Mit herben Wochenverlusten und auf neuen Tiefs werden die Roh- und Heizölpreise heute ins Wochenende gehen. Um mehrere Euro und US-Dollar sind die Preise im Wochenverlauf gefallen. So haben die Rohölpreise seit Montag um vier bis fünf US-Dollar nachgegeben und ihre niedrigsten Niveaus seit mehr als einem Jahr erreicht. Die Heizölpreise sind indes auf Achtmonatstiefs gesunken. Noch Anfang des Monats war man davon ausgegangen, Produktionskürzungen der OPEC könnten die Preise stützen. Inzwischen rechnen Analysten für dieses Jahr nicht mehr mit festeren Ölpreisen. Die bearishe Nachrichtenlage steht Preisrallyes entgegen.

 

Jahreswechsel unter bearishem Vorzeichen

Die Überversorgung des weltweiten Ölmarkts beschäftigt Marktteilnehmer bereits seit Monaten. Auch nach dem Jahreswechsel wird die Versorgungssituation voraussichtlich einflussreichster preisbildender Faktor bleiben. Denn trotz angekündigter Produktionskürzungen der OPEC ist ein Ende der Überversorgung nicht in Sicht. Zum einen befürchten Analysten, dass die Kürzungen in moderatem Umfang und mit nur kurzer Laufzeit ohne nachhaltigen Effekt bleiben könnten. Zum anderen wird die Umsetzung Monate dauern, sodass ohnehin nicht mit einer unmittelbaren Wirksamkeit zu rechnen ist. Meldungen über hohe Ölbestände und steigende Produktionszahlen in den USA, im Irak, in Russland und in Saudi-Arabien haben die Zweifel an einem baldigen Ende der Überversorgung in dieser Woche erhöht. Im Laufe des gestrigen Handelstages haben die Rohölpreise daher um zwei US-Dollar nachgegeben. Am Morgen erholen sie sich von diesem Einbruch und tendieren aufwärts. WTI wird bei 46,43 US-Dollar gehandelt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 54,99 US-Dollar. Die bearishe Stimmung hat sich vor mehr als einer Woche auch auf den Heizölmarkt übertragen. Allein seit Wochenbeginn sind die Heizölpreise um vier Euro gesunken. Ihr Abwärtstrend führt sie heute auf einen neuen Tiefstand. Im Vergleich zum Vortag sind die Preise hierzulande um ungefähr einen Euro gefallen. Aktuell kosten 100 Liter Heizöl im Deutschlanddurchschnitt 66,44 Euro. So niedrig war das Preisniveau am Heizölmarkt zuletzt Ende April.

 

Öltransport zwischen Niedrig- und Hochwasser

In den vergangenen Monaten bekamen Schiffsverkehr und Ölmarkt die Auswirkungen der sommerlichen Hitzewelle zu spüren. Wegen niedriger Pegelstände konnten Schiffe nur mit reduzierter Beladung fahren, was auch die Heizölpreise in die Höhe trieb. Anfang November erreichten sie mit über 90 Euro pro 100 Liter ein Mehrjahreshoch. Durch die Regenfälle der vergangenen Wochen haben sich die Pegelstände wieder normalisiert. Auf das monatelange Niedrigwasser könnte Meteorologen zufolge nun Hochwasser folgen. An den Weihnachtsfeiertagen sei deutschlandweit mit Regenfällen zu rechnen, welche die Pegelstände rapide steigen ließen. Auf Höhe Karlsruhe werde der Rhein in der nächsten Woche Hochwassermarken knacken. Das könnte die Einschränkung oder vorübergehende Einstellung des Schiffsverkehrs zur Folge haben. Neben der Entwicklung der Rohölpreise bleibt das Wetter in den nächsten Tagen somit entscheidender Richtungsweiser am Heizölmarkt.

 

 

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